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Neuer Wiener Weihbischof Turnovzky geweiht

(c) APA (Andreas Pessenlehner)
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Turnovzky ist ein "Spätberufener", er trat erst nach seinem Chemiestudium mit 28 Jahren ins Priesterseminar ein. Sein Wahlspruch als Bischof: "Meine Seele dürstet nach dir" - ihm geht es vor allem um Nächstenliebe.

Stephan Turnovszky ist am Pfingstmontag zum neuen Wiener Weihbischof geweiht worden. Der 43-Jährige folgt damit Helmut Krätzl nach, der aus Altersgründen sein Amt zurückgelegt hat. Die Zeremonie fand unter regem Interesse im voll besetzten Wiener Stephansdom statt. In seiner Schlussansprache meinte Turnovszky, er wolle auch jene nicht vergessen, die auf die Kirche vergessen haben oder von ihr wenig erwarteten.

"Jetzt ist er geboren, der neue Bischof", so Turnovszkys erste Worte nach der Weihe an die Besucher im Stephansdom. Und weiter: "Es waren nicht neun Monate, sondern neun Wochen hat die Schwangerschaft gedauert. Und er fühlt sich noch etwas unsicher und etwas zittrig nach der Geburt." Turnovszkys Wahlspruch als Bischof lautet: "Meine Seele dürstet nach dir." Demnach geht es ihm auch um die Nächstenliebe, betonte er, um den Kontakt mit den Menschen, den er auch als Pfarrer von Baden-Leesdorf gehabt hat.

"Wir brauchen gute Hirten"

Zuvor hatte Kardinal Christoph Schönborn in seiner Predigt den Bogen bis zum Islam gespannt. Als Titularbischof vertritt Turnovszky die Titulardiözese Ancusa im heutigen Tunesien - "eine von über 200 blühenden Diözesen Nordafrikas, die der gewaltsamen Islamisierung zum Opfer fielen", so der Kardinal. Und er fragte sich: "Wie wird es dem Titularbischof von Ancusa gehen, hier bei uns? Das Leid wird nicht fehlen." Ebenso wenig aber auch die Freude, so Schönborn weiter. Zu Turnovszkys Aufgabe der Priesterbetreuung meinte er: "Wir brauchen gute Hirten."

Hauptkonsekrator bei der Bischofsweihe war Schönborn, Mitkonsekratoren Weihbischof Helmut Krätzl und der St. Pöltner Weihbischof Anton Leichtfried. Neben den heimischen Diözesanbischöfen waren auch etliche andere Kirchenvertreter aus dem In- und Ausland gekommen, ebenso wie Vertreter der Ökumene und der Politik.

Während der Handauflegung durch die anwesenden Bischöfe - dem zentralen Ritus der Bischofsweihe - läutete die Pummerin, die größte Glocke Österreichs. Vor der Handauflegung wurde der neue Bischof der Gemeinde vorgestellt sowie das päpstliche Ernennungsschreiben vorgelesen. Der Handauflegung schlossen sich das Weihegebet, die Salbung mit Chrisam-Öl und die Überreichung des Evangelienbuches sowie der bischöflichen Insignien Ring, Mitra und Stab an.

Studierter Chemiker

Papst Benedikt XVI. hatte Stephan Turnovszky am 6. März zum Weihbischof für Wien ernannt. Eine der Hauptaufgaben des studierten Chemikers, der erst mit 28 Jahren ins Wiener Priesterseminar eintrat, wird die Begleitung der Priester der Erzdiözese Wien sein. Dazu gehört beispielsweise die Priesterfortbildung, die Begleitung der ausländischen Priester, die Priesterseelsorge aber auch die Personalentwicklung für Priester.

Kirchenrechtlich ist die korrekte Bezeichnung für einen Weihbischof "Titular- und Auxiliarbischof". Er wird für eine Diözese geweiht, die nicht mehr existiert, und deren "Titel" er dadurch erhält ("Titularbischof"). Jeder "Titularbischof" wird dem Diözesanbischof einer anderen Diözese dann als "Helfer" zugeteilt ("Auxiliarbischof"). Der Begriff "Weihbischof" kommt nur in der deutschen Sprache vor.

(APA)