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Wirtschaft: An Uni Wien kam nur jeder Dritte zum Aufnahmetest

AUFNAHMESTS FUeR DAS MEDIZINSTUDIUM IN WIEN
APA/ROLAND SCHLAGER
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Bei den Aufnahmetests in einigen Wirtschaftsstudien sind an den meisten Unis deutlich weniger Personen erschienen als angemeldet waren.

Bei den Aufnahmeverfahren in einigen Wirtschaftsstudien sind am Dienstag deutlich weniger Personen erschienen als angemeldet waren. So kamen an der Wirtschaftsuniversität nur 53 Prozent der Registrierten, an der Uni Klagenfurt 42 Prozent und an der Uni Wien 32 Prozent. Die Zahl der Prüflinge lag auch unter jener der Studienplätze. Die Folge: Alle, die angetreten sind, können ihr Studium beginnen.

Die Aufnahmeverfahren finden im Zuge des Testlaufs zur Studienplatzfinanzierung statt. Bei der Premiere im vergangenen Jahr hatte es lediglich an der Uni Klagenfurt etwas mehr Interessenten als Plätze gegeben, schlussendlich hat die Hochschule einige Plätze aufgestockt und auf den Test verzichtet. Bei der nunmehr zweiten Runde gab es wieder nur an einem Teil der Unis mit Wirtschaftsstudien Aufnahmetest. Diese wurde zwar an allen drei betroffenen Unis durchgeführt, die Leistung der Studieninteressenten hat allerdings wegen der geringen Zahl an Prüflingen keine Auswirkung.

Mehrfachanmeldungen als Problem?

An der Uni Wien sind von den 1664 Personen, die das Self-Assessment absolviert und damit den ersten Teil des Aufnahmeverfahrens für (Internationale) Betriebswirtschaftslehre absolviert haben, nur 528 zum Test erschienen. Das sind deutlich weniger als die 1327 Plätze, die die Uni laut den Vorgaben des Bundes zur Verfügung stellen muss.

Auch in Klagenfurt erschien nur ein geringer Teil der Angemeldeten (69 von 165) tatsächlich zur Prüfung, um um einen der 120 Studienplätze für das Fach Wirtschaft und Recht zu rittern. Die Diskrepanz zwischen Anmeldungen und tatsächlichen Prüfungskandidaten führt man dort auf die Möglichkeit von Mehrfachanmeldungen zurück, außerdem seien schon bisher auch in anderen Fächern stets weniger Personen zum Test erschienen, als angemeldet waren.

Badelt: "Hohes Maß an Selbstselektion"

An der Wirtschaftsuniversität (WU) sind von 4709 Registrierten für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften am Dienstag 2510 in der Reed Messe Wien zur Prüfung erschienen. 3674 Plätze hätte es an der Uni gegeben. Positiv überrascht zeigte sich im Gespräch mit der Austria Presseagentur Rektor Christoph Badelt, der ursprünglich wegen der seiner Meinung nach viel zu großen Zahl an vorgeschriebenen Mindeststudienplätzen ein scharfer Kritiker der Verfahren war. "Es ist eine sinnvolle Angelegenheit, weil es offensichtlich ein hohes Maß an Selbstselektion gibt von Studierenden, die anderweitig zwar aufgenommen würden, aber ohnehin keine Prüfungen gemacht hätten."

Auswirkungen auf die Absolventenzahlen erwartet er sich deshalb trotz der geringeren Anfängerzahlen nicht. "Allein durch die Ankündigung einer Prüfung, die ja noch dazu nicht so schwer ist, nähern wir uns der Situation, dass nur jene kommen, die auch wirklich studieren wollen." Die rund 2500 Studenten aus den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, die nun Anspruch auf einen Studienplatz haben, sind laut Badelt noch immer deutlich mehr als die WU sinnvoll betreuen könne. "Aber ich würde sagen: Wir nähern uns einem realistischen Zustand an." Das gesamte Betreuungsproblem der Unis wäre aber erst dann gelöst, wenn die Platzzahl sich an den tatsächlichen Kapazitäten der Unis orientiert und die Studenten nicht - wie im Fall der WU - auf ein fast identes Bachelorstudium (Wirtschaftsrecht) ohne Aufnahmeverfahren ausweichen können.

Prüfungsgebühren sind meist kein Thema

Die Einhebung von Prüfungsgebühren für mehr Verbindlichkeit, wie es sie etwa in Medizin oder an der Uni Innsbruck beim Lehramt gibt, ist derzeit an den betroffenen Unis übrigens vorerst kein dringliches Thema. An der Uni Wien steht das "außer Diskussion", auch an der WU wird es mangels geklärter Rechtslage nicht angedacht, wie es heißt. Nur an der Uni Klagenfurt schließt man finanzielle Beiträge auf Nachfrage der Austria Presseagentur zumindest nicht kategorisch aus: "Jedenfalls werden wir das Phänomen nun überdenken und intern genau überprüfen."

 

(APA)