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Banken dürfen Baumax verkaufen

PK BEZUeGLICH DER SAMMLUNG ESSL: ESSL.
APA/HERBERT PFARRHOFER
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Karlheinz Essl hat eine Verkaufsvollmacht an die Banken erteilt. Sie umfasst die Baumax-Gruppe und die gesamte Kunstsammlung.

Karlheinz Essl akzeptiert nun doch einen Käufer für die schwer angeschlagene Baumarktkette Baumax. Dazu hat er, wie jetzt bekannt geworden ist, schon am 25. April eine Verkaufsvollmacht an die Banken erteilt. Baumax-Chef Michael Hürter betonte am Mittwoch: "Die bauMax-Gruppe stand und steht nicht zum Verkauf." Es würden weder Gespräche geführt noch sei ein Verkaufsprozess gestartet worden. Anderslautende Meldungen würden jeglicher objektiver Grundlage entbehren. Die Restrukturierung verlaufe planmäßig.

Sanierung bis 2016

Die Baumax-Gruppe soll bis 2016 saniert werden. Dabei will man sich auf die Filialen in mehreren Kernländern konzentrieren. Erst am Dienstag wurde bekannt, dass die Rumänien-Tochter an die französische Adeco-Gruppe verkauft wird.

Essl hat, wie "Die Presse" exklusiv berichtete, das gesamte Unternehmen und die Liegenschaften an die Banken verpfändet. Das war Teil des Stillhalteabkommens, das im Zuge der Restrukturierung der schwer angeschlagenen Baumarktkette geschlossen worden ist und bis 2016 gilt.

Sollte ein Investor zumindest eine halbe Milliarde Euro auf den Tisch legen, dürften die Banken im Gegenzug zu dem von ihnen in Aussicht gestellten Schuldenschnitt bereit sein. Baumax hat rund eine Milliarde Euro Schulden.

Essl Museum: "Lage ist unverändert"

Die Verkaufsvollmacht umfasst auch die umfangreiche Kunstsammlung Essls, die gerade von Sothebys, Christies und dem Dorotheum bewertet wird. Im Essl Museum zeigte man sich am Dienstag entspannt. "Die Lage ist unverändert. Seit April hat sich nichts Entscheidendes getan", versicherte Museums-Sprecher Erwin Uhrmann.

Es handle sich bei der Verkaufsvollmacht im Geschäftsbericht 2013 um "eine Passage, die in solchen Fällen üblich ist", die aber von keinen akuten Maßnahmen begleitet sei. Der Museumsbetrieb laufe jedenfalls ganz normal weiter, "und auch für 2015 haben wir bereits alle Ausstellungen geplant".

Über etwaige Ergebnisse der bei Auktionshäusern in Auftrag gegebenen Bewertungen der Sammlung könne nur einer Auskunft geben: Karlheinz Essl selbst. Dieser befinde sich jedoch derzeit auf Urlaub.

Zuvor hatte die Nachrichtenagentur APA fälschlicherweise berichtet, dass Karlheinz Essl bereits den Komplettverkauf gestartet hat.

(Red.)