Strabag von staatlichen Aufträgen in der Slowakei ausgeschlossen - Strabag relativiert

Der Baukonzern wurde, wie auch die slowakische Baufirma Doprastav, von der öffentlichen Auftragsvergabe ausgeschlossen.

Bratislava/Wien. Weil sie sich bei der Vergabe öffentlicher Aufträge in der Slowakei mit Konkurrenten abgesprochen hat, ist die Strabag von der staatlichen Beschaffungsbehörde UVO von der Vergabe von Staatsaufträgen auf unbestimmte Zeit ausgeschlossen worden. Das berichtete die Presseagentur SITA am Mittwoch.

Auch die slowakische Baufirma Doprastav wurde von der öffentlichen Auftragsvergabe ausgeschlossen. Vier weitere Baufirmen, die sich vor neun Jahren ebenfalls an der Kartellabsprache beim Bau des Autobahnabschnitts Mengusovce - Janovce beteiligt haben, dürften auch auf diese Weise abgestraft werden. Das slowakische Höchstgericht hatte die Kartellsünder Ende letzten Jahres zu einer Rekordstrafe von insgesamt 45 Mio. Euro verpflichtet, das Urteil ist im März rechtskräftig geworden.

Wie lange die Betroffenen auf der "schwarzen Liste" bleiben werden, hat die Beschaffungsbehörde nicht konkretisiert, Rechtsexperten in der Slowakei gehen von drei bis fünf Jahren aus. Die Entscheidung ist auch noch nicht rechtskräftig, die Unternehmen können Berufung einlegen.

Strabag präszisiert

Nicht die slowakische Tochter Strabag s.r.o., sondern die tschechische Tochter Strabag A.S. sei von der Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen in der Slowakei ausgeschlossen worden, betonte die Strabag SE am Mittwoch. Die Auftragssperre bestehe überdies nur für kurze Zeit, nämlich bis zum 29. August 2014.

Schon zuvor wurden alle sechs Baukonzerne von der Nationalen Autobahngesellschaft der Slowakei von allen laufenden Ausschreibungen ausgeschlossen. Laut der Entscheidung des slowakischen Höchstgerichts soll die Strabag für die Kartellabsprache mit 12,21 Mio. Euro die zweithöchste Strafe zahlen, nach der portugiesischen Mota-Engil mit 13,88 Mio. Euro. Über die schwedische Skanska wurde eine Strafe von 8,98 Mio. Euro verhängt, die slowakischen Baufirmen Doprastav, Inzinierske stavby und Betamont werden mit insgesamt knapp 10 Mio. Euro zur Kasse gebeten.

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