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Spionage-Affäre: Obama entschuldigt sich nicht bei Merkel

Zum Feiern gibt es zwischen Deutschland und den USA derzeit wenig
Zum Feiern gibt es zwischen Deutschland und den USA derzeit wenigREUTERS
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Das erste direkte Telefonat zwischen dem US-Präsidenten und der Kanzlerin seit Enttarnung eines Doppelagenten brachte nicht das erhoffte "mea culpa".

Immerhin, sie reden wieder miteinander: Erstmals seit Beginn der jüngsten Spionageaffäre vor knapp zwei Wochen gab es am Dienstag ein direktes Telefonat zwischen US-Präsident Barack Obama und Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel. Dies berichteten am Mittwoch mehrere deutsche Medien. Zur Erinnerung: In Deutschland wurden zwei Beamte enttarnt - einer im Bundesnachrichtendienst, ein zweiter im Verteidigungsministerium, die dem US-Geheimdienst CIA Dokumente zuspielten.

Fast versteckt im letzten Absatz der Pressemitteilung des Weßen Hausas über das Gespräch findet sich auch das Thema Geheimdienste: Obama habe zugesichert, dass er mit Merkel in engem Kontakt bleibe, um die Kooperation der Dienste zu verbessern. Die Kooperation der Dienste ist freilich nicht das akute Problem, und von einer etwaigen Entschuldigen Obamas, das immer als "Partner" apostrophierte Deutschland auszuspähen, keine Spur.

US-Top-Spion verlässt Berlin noch diese Woche

Die Affäre hatte Deutschland zu dem ungewöhnlichen Schritt gebracht, den Koordinator der US-Geheimdienste an der amerikanischen Botschaft in Berlin auszuweisen, wenn auch nicht formell. Wie der "Spiegel" unter Berufung auf Quellen aus dem Innenausschuss des Bundestages berichtete, rechnet die Bundesregierung damit, dass der Top-Spion noch diese Woche ausreisen wird.

Am Wochenende hatten US-Außenminister John Kerry und sein deutscher Kollege Frank-Walter Steinmeier am Rande der Verhandlungen über das iranische Atomprogramm in Wien versucht, die Wogen etwas zu glätten. Beide bemühten sich öffentlich um einen konzilianten Ton, Steinmeier sprach allerdings von der Notwendigkeit von "gegenseitigem Respekt und Vertrauen".

(Red.)