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Flug MH17: Drittel der Passagiere waren Aids-Aktivisten

Der geschlossene Schalter von Malaysia Airlines am Flughafen Amsterdam, wo der Unglücksflug startete
Der geschlossene Schalter von Malaysia Airlines am Flughafen Amsterdam, wo der Unglücksflug starteteAPA/EPA/OLAF KRAAK

108 von 298 Insassen des vermutlich abgeschossenen Flugzeugs waren auf dem Weg zum Welt-AIDS-Kongress im australischen Melbourne.

Am Morgen nach dem vermutlichen Abschuss von Flug MH17 der Malaysia Airlines werden immer mehr Details zu den Passagieren bekannt: Bei mehr als einem Drittel der Fluggäste - 108 von 283 - handelte es sich um AIDS-Aktivisten und deren Angehörige, die von Amsterdam auf dem Weg zum Welt-AIDS-Kongress im australischen Melbourne gewesen waren. Dies teilte die International AIDS Society mit.

Michel Sidibe, der Chef des UN-AIDS-Programms, schrieb am Freitag im Kurznachrichtendienst Twitter, dass „viele Passagiere“ auf dem Weg zu der Konferenz gewesen seien. Seine „Gedanken und Gebete“ seien bei den Familien der Insassen von Flug MH17, die „tragischerweise“ ums Leben gekommen seien. Die Internationale AIDS-Stiftung bestätigte in einer Erklärung, dass „etliche unserer Kollegen und Freunde“ in dem Flugzeug saßen.

Auch bekannter AIDS-Forscher unter Toten

An Bord der Maschine war offenbar auch der niederländische AIDS-Forscher und frühere Präsident der Internationalen AIDS-Stiftung, Joep Lange. Die australische AIDS-Stiftung erklärte bei Twitter, es gebe Berichte, wonach Lange und weitere Wissenschafter bei dem Flugzeugabsturz gestorben seien. Ähnlich äußerte sich der US-AIDS-Aktivist Gregg Gonsalves.

Die Linienmaschine von Malaysia Airlines war auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur, als sie in einem von prorussischen Separatisten kontrollierten Gebiet der ostukrainischen Unruheregion Donezk abstürzte. Derzeit deutet alles auf einen Abschuss durch eine Luftabwehrrakete hin, wenngleich noch nicht geklärt ist, von wem diese abgeschossen wurde.

Hälfte der Insassen waren Niederländer

Nach Angaben der Fluggesellschaft waren insgesamt 298 Insassen an Bord (Passagiere plus Besatzung), darunter 154 Niederländer, 27 Australier, 23 Malaysier, elf Indonesier, sechs Briten, vier Deutsche, fünf Belgier, drei Philippiner und ein Kanadier. Die Nationalität der weiteren Passagieren war noch unklar. Über mögliche Opfer aus Österreich lagen auch Freitag Früh keine Informationen vor.

Bei der 20. Welt-AIDS-Konferenz, die am Sonntag in Melbourne beginnt, werden 12.000 Teilnehmer die jüngsten Forschungsergebnisse und Entwicklungen um den tödlichen HI-Virus diskutieren.

(APA/DPA/AFP)