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Monty Python: Zum Abschied ein „Piss off“

Monty Python
Monty Python(c) APA/EPA/DANIEL LEAL-OLIVAS (DANIEL LEAL-OLIVAS)
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Mit einer fulminanten Best-of-Show in London hat sich die britische Komikergruppe endgültig aufgelöst.

„Forget about your sin, give the audience a grin. Enjoy it, it's your last chance anyhow...“ Mit einem Grinsen im Gesicht und vermutlich einer unsichtbaren Träne verabschiedeten sich die fünf lebenden Mitglieder der britischen Komikertruppe Monty Python am Sonntag von der Bühne. Das Programm „One down, five to go“ spielte in gewohnt ironischer Weise auf das Alter und die verbleibende Lebenserwartung der Comedy-Superstars an. Monty-Python-Mitglied Graham Chapman ist 1989 verstorben, die fünf lebenden Mitglieder wollten ihre Bühnenkarriere nach 30 Jahren Pause nun mit einem würdigen Abschluss besiegeln.

Von Grabesstimmung konnte in der netto etwa zweieinhalb Stunden langen Show aber keine Rede sein. Der Tod wurde auf absurde und herrlich unpassende Weise thematisiert: Etwa durch den Kopf des verstorbenen Chapman, der zu Beginn der Show durch ein videoanimiertes Weltall flog, oder den „Dead Parrot Sketch“, in dem sich ein Mann in einer Tierhandlung über den toten Papagei beschwert, den er soeben dort gekauft hat. Während der Mann in allen erdenklichen Formulierungen erklärt, wie tot der Papagei ist („Er ist nicht mehr. Das ist ein Ex-Papagei“), will der Verkäufer ihm weismachen, dass der Vogel doch nur schlafe.

Der Tanz der albernen Gänge

Das Programm war eine Revue der beliebtesten Sketche, die teils auf der Bühne vorgeführt, teils auf der Leinwand gezeigt wurden. Dazwischen gab es Sing- und Tanzeinlagen. Der Sketch vom Ministerium der albernen Gänge, in dem ein Mann um eine staatliche Förderung ansucht, um seinen albernen Gang weiterzuentwickeln, fand etwa in Form einer Tanznummer ins Programm. Für Überraschungen sorgten die Pythons mit kleinen Textschwächen, bei denen sie sich das Lachen selbst nicht verkneifen konnten.

Die letzte Monty-Python-Show wurde aus der Londoner O2-Arena live ins Internet und in Kinos übertragen. Für Aufregung auf Twitter sorgte dabei der britische Comedy-Sender Gold, der anstößige Wörter durch ein „Beep“ ersetzte. Die Übertragungen im Arte-Stream und im Wiener Village Cinema waren unzensiert.

Am Ende schien es, als wollten die fünf Komiker gar nicht mehr runter von der Bühne. Ein letztes Mal sang man „Always look on the bright side of life“, dann fiel der Vorhang schließlich doch. Das Publikum wurde mit einem herzlichen „Piss off“ entlassen, Monty Python traten in den Ruhestand.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.07.2014)