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USA: Keine Beweise für russische Mitwirkung an MH17-Absturz

Noch immer herrscht Unklarheit über die Absturzursache.
Noch immer herrscht Unklarheit über die Absturzursache.(c) EPA (Azhar Rahim)
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Die US-Geheimdienste können keine direkte Beteiligung Russlands an dem mutmaßlichen Abschuss des Passagierflugzeugs nachweisen.

Die US-Geheimdienste haben nach Medienberichten bisher keine Beweise für eine direkte Beteiligung Russlands an dem mutmaßlichen Abschuss eines Passagierflugzeuges in der Ostukraine. Dass die Rebellen die Malaysia-Airlines-Maschine mit der Flugnummer MH17 mit einer Boden-Luft-Rakete vom Typ SA-11 vom Himmel geholt hätten, gehe wahrscheinlich auf einen Fehler zurück, hieß es am Dienstag.

Es ließe sich bisher nicht sagen, wer genau für den Tod der 298 Menschen an Bord verantwortlich sei, hieß es nach Angaben des TV-Senders NBC und anderer US-Medien aus Geheimdienstkreisen weiter. Der stellvertretende US-Sicherheitsberater Ben Rhodes kündigte im TV-Sender CNN tiefergehende Untersuchungen an.

Aufschluss erhofft man sich auch von den Aufzeichnungen des Funkverkehrs zwischen den Piloten und ukrainischen Fluglotsen. Diese Aufzeichnungen befinden sich nach wie vor in den Händen des ukrainischen Geheimdienstes SBU. Wann sie internationalen Ermittlern zur Verfügung gestellt werden, war am Mittwoch weiter unklar.

USA: Moskau trägt Mitverantwortung

Wie US-Geheimdienstler laut Medienberichten vom Dienstagabend sagten, trafen prorussische Separatisten die Malaysia-Airlines-Maschine mit 298 Menschen an Bord nach bisherigen Erkenntnissen mit einer Boden-Luft-Rakete vom Typ SA-11. Die Rebellen hätten aber wahrscheinlich nicht beabsichtigt, die Boeing 777-200 abzuschießen.

Der stellvertretende US-Sicherheitsberater Ben Rhodes sagte dem TV-Sender CNN, die USA untersuchten weiter eingehend, ob es eine "direkte Verbindung" zu Russland gebe. Unabhängig davon trage Moskau eine Verantwortung, weil es die Separatisten mit Material und Training unterstütze und die instabile Situation in der Ukraine mitverursacht habe. Auch nach dem Flugzeugunglück habe Russland die Hilfe nicht eingestellt. Separatistenführer Alexander Borodaj hatte zuvor erneut bestritten, dass Aufständische das Flugzeug abgeschossen hätten.

Schweigeminute in den Niederlanden

Die Niederlande empfangen die Opfer des Flugzeugabsturzes in der Ostukraine am Mittwoch in tiefer Trauer. Ein Flugzeug mit den ersten Särgen wird am Nachmittag gegen 16 Uhr aus Charkow in Eindhoven erwartet. Dort werden sie von Angehörigen, dem niederländischen Königspaar und Ministerpräsident Mark Rutte erwartet, teilte ein Regierungssprecher am Dienstagabend in Den Haag mit.

Nach der Landung der Maschine soll im Land eine Schweigeminute abgehalten werden. Der Mittwoch wurde von der Regierung zum Tag der nationalen Trauer erklärt. Bei dem Absturz waren 193 Niederländer ums Leben gekommen. Die Niederlande übernahmen am Dienstag auf Bitten der Ukraine offiziell die Leitung der internationalen Untersuchung zur Absturzursache von Flug MH17 der Malaysia Airlines. Die genauen Umstände sind auch gut eine Woche nach der Katastrophe noch unklar.

"Nach Verbrechen kommt Vertuschung"

Der australische Ministerpräsident Tony Abbott kritisierte indes eine Manipulation von Beweisen. "Nach dem Verbrechen kommt die Vertuschung. Was wir gesehen haben, ist die Manipulation von Beweisen in industriellem Ausmaß und das muss natürlich aufhören", sagte Abbott. Er macht die Separatisten für den Absturz verantwortlich, bei dem 37 Australier starben.

(APA/DPA)