Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Schnellauswahl

Tablet-Boom? Apple verkauft mehr MacBooks, weniger iPads

Customers look at MacBook Pros, during the official opening of the largest Apple shop in southern Europe, at Passeig de Gracia in Barcelona
(c) REUTERS (� Albert Gea / Reuters)
  • Drucken

Der PC-Markt schwächelt und Schuld ist der Tablet-Boom? Ausgerechnet Apple ist hier nun die Ausnahme der Regel.

Seit Jahren klagt die PC-Industrie über Umsatzeinbrüche. Schuld daran sei der Tablet-Boom, meinen Experten. Ein Wandel, der von Apple mit dem iPad eingeleitet wurde. Umso erstaunlicher, dass sich Apple mit den jüngsten Quartalszahlen offenbar als Ausnahme von der Regel entpuppt. Während die iPad-Verkäufe zurück gehen, steigt der Absatz der MacBooks. 

Der iPad-Absatz fiel im dritten Quartal im Vergleich zum zweiten Geschäftsquartal um fast ein Fünftel. Im Jahresvergleich sank er um neun Prozent auf knapp 13,3 Millionen Geräte. Marktforscher rechnen zwar nach wie vor damit, dass die Geräteklasse im kommenden Jahr bei den Stückzahlen die traditionellen PCs überholt. Allerdings kommt mit den Absatzrückgängen beim Marktführer erneut die Frage auf, ob der Tablet-Boom eine Pause einlegt oder die Geräteklasse ihren Höhepunkt überschritten hat.

Studenten greifen zum MacBook

"Das ist nichts, weswegen wir uns Sorgen machen", sagte Cook dem "Wall Street Journal" zum Absatzknick beim iPad. Ein Grund sei, dass das Quartal stärker von Käufen zum nächsten Studienjahr beeinflusst worden sei, wodurch sich Notebooks besser verkauft hätten. Der Absatz der Mac-Computer verbesserte sich im Jahresvergleich um 18 Prozent auf 4,4 Millionen Geräte.

"Wir glauben, dass die Kategorie erst am Anfang steht", sagte Cook zu den iPad-Aussichten. Der jüngste Deal mit IBM, mit dem mehr mobile Apple-Geräte in Unternehmen gebracht werden sollen, werde ein Katalysator für Wachstum sein.

Apple bleibt Geldmaschine

Nichts desto trotz, Apple bleibt dank starker Verkäufe seiner iPhones eine Geldmaschine. Im vergangenen Vierteljahr machte der Konzern 7,7 Mrd. Dollar (5,71 Mrd. Euro) Gewinn. Das waren 12,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Umsatz verbesserte sich in dem Ende Juni abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal um 6 Prozent auf 37,4 Mrd. Dollar, wie Apple nach US-Börsenschluss am Dienstag mitteilte.

Die iPhone-Verkäufe verbesserten sich um 13 Prozent auf 35,2 Millionen Geräte. Dabei ist das Quartal oft von Zurückhaltung geprägt, denn es ist absehbar, dass im Herbst die neuen iPhone-Modelle kommen. 

Apple holt in Wachstumsmärkten auf

Die hohe iPhone-Nachfrage wurde zu einem großen Teil von Ländern wie China, Brasilien, Russland und Indien getragen, wie Apple-Chef Tim Cook dem "Wall Street Journal" sagte. Allein in China seien die iPhone-Verkäufe um 48 Prozent gestiegen.

Das Geschäft in diesen sogenannten Wachstumsmärkten wird bisher vor allem von Herstellern günstiger Geräte mit dem Google-Betriebssystem Android dominiert. Mit dem neuen iPhone-Wachstum könnte allerdings die Strategie von Cook aufgehen, dort keinen Preiskampf einzugehen und stattdessen zu warten, bis es genug zahlungskräftige Nachfrage für die höheren iPhone-Preise gibt.

Dabei hat Apple den weltgrößten Smartphone-Markt China besonders im Blick. Der Umsatz dort stieg im Jahresvergleich um 28 Prozent. Mit gut 5,9 Mrd. Dollar kamen rund 16 Prozent der Apple-Erlöse aus dem Land. Der Absatz der Mac-Computer sei um 39 Prozent gestiegen.

Prognose: Kommt neues iPhone später? 

Mit einer Umsatzprognose von 37 bis 40 Mrd. Dollar für das angebrochene Quartal enttäuschte Apple die Erwartungen der Analysten. Die Aktie gab nachbörslich zunächst um 0,75 Prozent nach. Die eher zurückhaltende Prognose könnte auf einen Start der neuen iPhone-Modelle erst Ende September hinweisen, vermuten die Börsianer. Denn es wird eine sehr starke Nachfrage nach den neuen Geräten erwartet, die laut Medienberichten größere Bildschirme mit Diagonalen von 4,7 und 5,5 Zoll bekommen sollen (knapp 12 und knapp 14 cm). Nach Informationen des "Wall Street Journal" bestellte Apple für die erste Produktionsrunde 70 bis 80 Millionen iPhones der neuen Generation.

Smartwatch "iTime"?

Cook machte wie gewohnt keine Angaben zum Start neuer Geräte, sondern versprach abermals eine "unglaubliche Produkt-Pipeline". Von dem Konzern wird neben neuen iPhones auch eine Smartwatch erwartet. Am Dienstag tauchte im Internet ein Patentantrag für ein Gerät namens "iTime" auf

Apple habe in den drei Quartalen des Geschäftsjahres neben dem Kopfhörer-Anbieter Beats noch 29 weitere Unternehmen gekauft, hieß es in der Telefonkonferenz. Der Konzern hält seine Übernahmen soweit es geht traditionell geheim. Der drei Milliarden Dollar schwere Beats-Kauf solle voraussichtlich im laufenden Quartal abgeschlossen werden. Apples Geldreserven stiegen weiter auf 164,5 Mrd. Dollar.

 

(APA/dpa/Red.)