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Abschuss von Kampfjets: Ukraine beschuldigt Russland

Zwei ukrainische SU-25: Den Rebellen gelang es schon mehrfach, Kampfjets der Armee abzuschießen
Zwei ukrainische SU-25: Den Rebellen gelang es schon mehrfach, Kampfjets der Armee abzuschießenAPA/EPA/SERGEY POPSUEVICH
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Zwei ukrainische Militärmaschinen wurden im Osten des Landes abgeschossen. Bereits in den vergangenen Wochen haben die Aufständischen mehrere ukrainische Kampfflugzeuge vom Himmel geholt.

Nach dem erneuten Abschuss zweier ukrainischer Kampfjets hat Kiew nun Moskau beschuldigt, dahinter zu stecken: „Nach vorläufigen Informationen wurden die Raketen vom Territorium der Russischen Föderation abgefeuert“, erklärte der ukrainische Sicherheitsrat am Mittwoch. Die beiden Kampfflugzeuge seien in einer Höhe von 5200 Metern getroffen worden. Ein Militärsprecher sagte am Mittwoch, der Vorfall habe sich nahe dem Ort Savur Mogila ereignet. In der nähe befindet sich eine Gedenkstätte, an der an den Kampf der Roten Armee gegen die NS-Besatzungsmacht erinnert wird. Zunächst hatte es geheißen, die Rebellen hätten die beiden Flugzeuge abgeschossen.

Das Schicksal der Piloten war zunächst unklar. Ein Armeesprecher sagte, sie Piloten hätten sich per Fallschirm retten können. Er verortete die Absturzstelle im Süden der Region Luhansk. Dies würde bedeuten, dass sie vermutlich den Rebellen in die Hände gefallen sind. Diese kommentierten den Vorfall ebenso: "Ein Pilot rettete sich bei Sneschnoje per Schleudersitz, die zweite Maschine flog zunächst schwer getroffen Richtung Norden weiter."

Die Aufständischen hatten in den vergangenen Wochen mehrfach ukrainische Militärflugzeuge abgeschossen. 

Vergangenen Donnerstag war zudem ein malaysisches Verkehrsflugzeug auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur in der Region vermutlich von einer Rakete getroffen worden. Alle 298 Insassen wurden getötet. Die Ukraine und die USA machen die Rebellen dafür verantwortlich. Diese haben bis vor kurzem jede Urheberschaft abgestritten, nun aber hat ein Kämpfer die Verantwortung eingestanden.

Donezk: Rebellen geben Positionen auf

Die Kämpfe zwischen der Armee und Separatisten in der Millionenstadt Donezk und in Lugansk gingen unterdessen unvermindert weiter. Bewohner von Donezk berichteten, dass während der Nacht wieder zahlreiche Artilleriegranaten eingeschlagen waren. Eine habe eine Chemiefabrik getroffen, dort sei daraufhin ein Brand ausgebrochen.

Laut ukrainischen Angaben haben die Rebellen einige ihrer Positionen am Rande von Donezk, ihrer wichtigsten Hochburg, am Mittwoch aufgegeben: "In Donezk haben Rebellen ihre Stellungen en masse verlassen und sich ins Zentrum der Stadt zurückgezogen", hieß es aus dem Hauptquartier der sogenannten "Antiterroristischen Operation", wie die Regierung den Kampf gegen die Separatisten nennt.

Lokale Behörden: 432 Todesopfer

Die lokalen Gesundheitsbehörden beziffern die Zahl der bisher bei den Kämpfen getöteten Menschen mit 432. Mehr als 1000 seien verletzt worden. Die Separatisten kämpfen für die Abspaltung der von ihnen kontrollierten Gebiete und für den Anschluss an Russland. Das russische Parlament hat vor kurzem allerdings eine vor Monaten Präsident Putin gegebene Vollmacht zur Militärintervention in der Ukraine wieder zurückgezogen. Wenig später haben die Rebellen die Stadt Slawjansk, eine ihrer wichtigsten Hochburgen, geräumt.

(APA/Reuters)