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Das Label Gen Y

Sind die Forderungen der vielzitierten Generation Y wirklich so neu? Und haben es die Jungen so leicht, wie es heißt? Ein Schlagwort kritisch betrachtet.

Für die junge Generation gibt es zahlreiche Labels: Von der Gen Y, den Millenials oder den Digital Natives ist oft die Rede. Geboren zwischen 1980 und 1997 stehen sie für Umbruch und Veränderung in der Berufswelt. Die Charakteristika: Die Jungen sind gebildet (19 Prozent haben einen Hochschulabschluss) und arbeiten hart (jeder Siebente arbeitet mehr als 50 Stunden in der Woche). Als Digital Natives sind sie natürlich technisch versiert und gut vernetzt (71 Prozent nutzen Social Networks). 

Weil die Gen Y eine kleine Generation ist (Stichwort Fachkräftemangel) und weil sie auf dem Vormarsch ist, darf sie auch Erwartungen äußern. 67 Prozent fordern flexibles Arbeiten durch Home Office und Sabbaticals. Ganze 80 Prozent erwarten eine gute Work-Life-Balance, ein weiteres Schlagwort. Wer das heute nicht fordert, ist out. Und weil auch Nachhaltigkeit im Trend liegt, verlangen 83 Prozent der Jungen danach. 

Auf dem Vormarsch. Aber neu?
Während die Einen die Gen Y feiern, belächeln die Anderen die Jungen als faul und überschätzt. Doch es stellt sich die Frage, wie neu all die Forderungen nach Nachhaltigkeit, Karenz und Flexibilität eigentlich sind. Wollen denn Über-40-Jährige keine Zeit mit ihrer Familie verbringen? Ist es der Generation X denn egal, wenn ein Unternehmen die Luft verpestet?

Natürlich nicht. Gerade flexible Arbeitszeiten und ausreichend Freizeit werden für alle Generationen immer wichtiger. Studien ergeben, dass Arbeitnehmer dafür auch auf steile Karrieren und viel Geld verzichten – und zwar unabhängig vom Alter. 

Leicht ist es nicht
Wer den heutigen Arbeitsmarkt beobachtet, sieht, dass es immer schwieriger wird: Jobs auf Lebenszeit sind passé, die Wirtschaftskrise beherrscht das Denken seit Jahren. Es sind unsichere Zeiten. Auch wenn Mitglieder der Generation Y knapp sind, haben sie es nicht leichter. 

Heute erwartet man von Mitte-20-Jährigen bereits mindestens zwei Titel, drei Fremdsprachen und einige Auslandsaufenthalte. Selbst für Praktika gibt es schon Castingshows. Harte Arbeit, Intelligenz und Zielstrebigkeit sind gefragt. Das Alter alleine reicht nicht. Denn sonst würde jeder Maturant spielend einen guten Job bekommen, schließlich ist er ja jung. 

Es scheint, als würden der Generation Attribute und Forderungen umgehängt, die so neu nicht sind. So gut, wie es heißt, geht es ihr nicht. Jobsuche, Krise, Unsicherheit: all das ist Gen Y. Ein Label.

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