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Eisenbahner-KV: Gewerkschaft feiert "Systembruch"

APA/NEUMAYR/SB
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Die Gewerkschaft war mit ihrer Forderung nach einer Nettolohn-Erhöhung über der Inflationsrate weitgehend erfolgreich. Für die Arbeitgeber war das Ergebnis "die Grenze des Machbaren".

Die Eisenbahner bekommen einen neuen Kollektivvertrag. Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der haben sich in Runde sieben nach sieben Stunden Verhandlungen mit mehrfachen Unterbrechungen auf einen Kompromiss geeinigt. Demnach erhöhen sich die Löhne und Gehälter der 34.000 Bahn-Beschäftigten um bis zu 2,6 Prozent netto. Die Anhebung ist sozial gestaffelt, kleinere Einkommen werden somit stärker steigen. Jeder Mitarbeiter bekommt mindestens 55 Euro pro Monat mehr.

Roman Hebenstreit, Chefverhandler der Gewerkschaft und ÖBB-Betriebsratschef, zeigt sich der Lösung zufrieden. Es sei gelungen die KV-Löhne und die Ist-Löhne zu erhöhen und man habe die 1.500 Mindestlohngrenze erreicht. Bei den Löhnen seien eine Inflationsabgeltung und ein Anteil am Unternehmenserfolg für die Beschäftigten vereinbart worden. Dieses Ziel sei erreicht worden.

"Haben kalter Progression kalte Schulter gezeigt"

Er will weder von Sieg oder Niederlage sprechen. Es gehe darum, was unter dem Strich auf dem Lohn- und Gehaltszettel steht. Und da gebe es für alle Gruppen ein Plus. Bei dieser KV-Runde sei erstmals über die Netto-Löhne verhandelt worden, um Reallohnverluste zu verhindern, betonte Hebenstreit. Das sei sicher ein "Systembruch" gewesen, räumte er ein: "Wir haben der kalten Progression die kalte Schulter gezeigt." Zuvor hatte sich dei Gewerkschaft das Ziel gesetzt, dass die Lohnsteigerung netto im Geldtascherl ankomme. Was ihr mit dem Ergebnis auch gelungen ist. 

Die Arbeitgeber hingegen werteten die Tatsache, dass es beim Thema Netto zu keinem Paradigmenwechsel gekommen sei, als Erfolg. Für Thomas Scheiber, Chefverhandler der Arbeitgeber, auch logisch, gebe es  schließlich auch eine Bruttolohntabelle und Nettogehälter finden sich in keinen gehaltlichen Strukturen wieder. Den ursprüngliche Plan der Gewerkschaft nur über höhere Nettoeinkommen zu verhandeln, sieht Scheiber für abgewendet. Den Umfang der Lohnerhöhung sieht Scheiber für die Arbeitgeber an der Grenze dessen, was finanziell noch zu stemmen sei.

Regelung gilt rückwirkend

Beide Seiten gehen davon aus, dass die Einigung auf Zustimmung stößt. Und beide Seiten appellieren an die Beschäftigten den Kompromiss zu akzeptieren. Die für heute und nächste Woche geplanten Betriebsversammlungen werden nicht abgesagt, sondern abgehalten - "mit Bedacht und Augenmaß", damit es möglichst zu keinerlei Störungen im Verkehrsgeschehen komme, versicherte der vida-Spitzengewerkschafter und ÖBB-Konzernbetriebsratschef.

Die Regelung gilt rückwirkend ab dem ersten Juli, sie gilt für ein Jahr und sie gilt für annähernd 35.000 Mitarbeiter bei ÖBB sowie den 45 privaten Unternehmen.

 

(APA)