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Ich geh dann mal...

Interviews im TV sind etwas Feines. Statt aus stundenlangen Aufnahmen das Wichtigste herauszufiltern, reicht es dort, kurz vor der Kamera zu sprechen.

Interviews im TV sind etwas Feines. Statt aus stundenlangen Aufnahmen das Wichtigste herauszufiltern, reicht es dort, kurz vor der Kamera zu sprechen. Dumm nur, wenn der Interviewpartner mittendrin keine Lust mehr hat – was langsam gängig zu werden scheint.

Den Anfang machte Martin Ehrenhauser. Der Spitzenkandidat der Minipartei Europa anders stand im April bei einer Fernsehdiskussion einfach auf und ging, nachdem er zuvor einen Monolog gehalten hatte. Seinem Beispiel folgte Freitagnacht Abdurrahman Karayazili von der Union Europäisch-Türkischer Demokraten. Auch er brach nach einigen Minuten mit den Worten „Schauen Sie, ich verlass das Studio...“ einfach ab. Am Samstag erklärte er auf Facebook dazu, dass „der Redakteur, der der Moderatorin ins Ohr flüstert, von der israelischen Lobby gesteuert“ sei.

Da muss man froh sein, dass das Aufstehen und Gehen im Vorjahr noch nicht so populär war. Sonst wäre Frank Stronach wahrscheinlich auch nach seinem „vom ORF versprochenen Vier-Minuten-Monolog“ (© Stronach) gegangen. Und hätte uns so um eine Sternstunde der TV-Unterhaltung gebracht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.07.2014)