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Proteste gegen den Dalai Lama in Deutschland

(c) REUTERS (Michael Dalder)
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Der 14. Dalai Lama weilt derzeit in Nürnberg. Während er für Toleranz und Gewaltfreiheit warb, protestierte eine Gruppe von Buddhisten gegen ihn.

Mit einem Vortrag in der ausverkauften Nürnberger Arena hat der Dalai Lama am Sonntag seinen Deutschland-Besuch fortgesetzt. Vor der Nürnberger Arena demonstrierten nach Polizeiangaben etwa 300 Anhänger der "Western Shugden Society", eines Zusammenschlusses von Buddhisten. Sie warfen dem Dalai Lama vor, er unterdrücke ihre Gemeinschaft. An einer pro-chinesischen Kundgebung unter dem Motto "Wahrheit über Tibet" beteiligten sich rund 120 Menschen.

 

 

Religion fördert oft Blutvergießen

In seiner Rede sprach sich das tibetische Exil-Oberhaupt vor rund achttausend Zuhörern für mehr Toleranz der Religionen untereinander aus. Auch Religion fördere oft Konflikte bis hin zum Blutvergießen. Das sei traurig, sagte der Friedensnobelpreisträger. "Wir brauchen all die verschiedenen Religionen, um den Menschen zu dienen, weil auch die Menschen unterschiedlich sind und verschiedene Ziele haben."

 

Kein Frieden ohne Gewaltverzicht

Erneut bekräftigte der Dalai Lama sein Bekenntnis zur strikten Gewaltlosigkeit im Tibet-Konflikt. Bei manchen Tibetern gebe es Kritik daran, räumte er ein. Doch die große weltweite Solidarität mit dem tibetischen Volk beruhe auf diesem Weg. "Ihn zu verlassen, würde unseren Zielen schaden", sagte der 73-Jährige. Auch beim chinesischen Volk finde er dafür viel Unterstützung. Ohne Gewaltverzicht sei kein echter Frieden möglich.

Am Nachmittag setzt der 14. Dalai Lama, Tenzin Gyatso, seine Reise mit einem Besuch in Bamberg fort. Dort wird er ebenfalls einen Vortrag halten und sich in das Goldene Buch der Stadt eintragen. Alle Religionen verdienten das gleiche Maß an Respekt, sagte er. Dieser müsse ebenso denjenigen Menschen entgegengebracht werden, die keiner Religion angehören. Der Schlüssel dafür sei echtes Mitgefühl. Der Dalai Lama rief dazu auf, die Anteilnahme an anderen Menschen auszuweiten "bis hin zu unseren Feinden". Dies sei auch die Basis für die Einhaltung der Menschenrechte. Das Recht eines jeden Menschen auf Glück müsse anerkannt werden.

Am Montag wird der Dalai Lama in Berlin mit der deutschen Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) zusammentreffen. Bei einer Solidaritätskundgebung vor dem Brandenburger Tor wird es Auftritte der Bands "Wir sind Helden" und "2Raumwohnung" geben. Zudem hat sich HipHop-Sänger Ray Horton angekündigt. (Ag.)