EU und Südamerika: Gipfel der schönen Worte

EU-LAC-Treffen endet ohne konkrete Ergebnisse.

Lima (ag.). Am Ende soll er von Angela Merkel sogar ein Küsschen und eine Einladung erhalten haben, freut sich Hugo Chávez. Auch wenn die deutsche Kanzlerin diese intimen Details dementiert, wurde zumindest ihr herzlicher Handshake mit Venezuelas Präsident von Fotografen festgehalten.

Nach seinen Ausfällen gegen Merkel war die Erleichterung groß, dass Chávez das Treffen der EU mit 33 lateinamerikanischen Staaten nicht für einen neuerlichen Eklat nutzte. Am Ende des dreitägigen Gipfels war die Harmonie groß, die Fortschritte aber klein. Immerhin haben sich die beiden Weltregionen auf Schwerpunkte ihrer Zusammenarbeit geeinigt: Bei der Armutsbekämpfung, dem Klimaschutz und dem Kampf gegen steigende Lebensmittelpreise will man näher zusammenrücken.

Trotz der Skepsis der linken Regierungen von Ecuador und Bolivien gegen jede Handels-Liberalisierung wird ein Freihandelsabkommen mit der EU nun als „politische Priorität“ gesehen.

Auch Bundeskanzler Alfred Gusenbauer zeigte sich als Leiter der Umwelt-Arbeitsgruppe zufrieden. Sein Vorschlag einer Expertenkonferenz über Energieeffizienz in Österreich sei auf breite Zustimmung gestoßen. In seiner Gruppe war auch Chávez, der einen Besuch bei der Opec in Wien plant. Und weil er so konstruktiv war, will sich Gusenbauer bei dieser Gelegenheit wieder mit ihm treffen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.05.2008)

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