Baxter trennt sich von Impfstoffen und 240 Mitarbeitern in Österreich

Pfizer kauft Impfstoffe von Baxter für 635 Millionen US-Dollar. 240 der 4.400 in Österreich tätigen Baxter-Mitarbeiter sollen zu Pfizer wechseln.

Wien.Baxter International Inc. hat heute angekündigt, dass es eine endgültige Vereinbarung mit Pfizer Inc. getroffen hat, seine zwei kommerziell vermarkteten Impfstoffe und damit verbundenen Herstellungseinrichtungen für einen Gesamtbetrag von 635 Millionen USD vorbehaltlich bestimmter Anpassungen zu verkaufen.

Der Deal hat auch Auswirkungen auf Österreich. 80 Prozent des Baxter BioScience-Produktportfolios werden in Österreich mit hierzulande insgesamt 4.400 Mitarbeitern hergestellt, 240 sollen nun zu Pfizer wechseln.
"Die betroffenen Arbeitsplätze bleiben erhalten und Mitarbeiter werden ihre jetzigen Positionen behalten, jedoch bei Inkrafttreten des Vertrages zu Mitarbeitern von Pfizer werden", erläuterte ein Baxter-Sprecher. Es werde in den zwölf Monaten nach Inkrafttreten des Vertrages für die rund 240 Mitarbeiter in Österreich, die von Baxter zum Käufer überwechseln, keine Änderungen geben. Auch für den Produktionsstandort Österreich erwartet Baxter keine Auswirkungen, weil beide Impfstoffe weiterhin in Orth an der Donau hergestellt werden sollen. Die betroffenen Anlagen gehen mit dem Deal in das Eigentum von Pfizer über.

"Österreich bleibt weiterhin ein wichtiges Land für Baxter, sowohl heute als auch in Zukunft", betonte der Sprecher. Heuer werden rund 80 Mio. in Wien und Orth investiert. Zusätzliche Investitionen von mehr als 100 Mio. Euro sind für eine Hämophilie-Produktionsstätte in Krems geplant. Der Bau hat voriges Jahr begonnen.

Bereits im Frühjahr wurde über die Pläne von Baxter berichtet, die Impfstoffsparte mit einem Umsatz von zuletzt 300 Mio. Dollar im Jahr zu verkaufen. Zusammen mit der Investmentbank Goldman Sachs suchte das Unternehmen nach Käufern für die Sparte, in der Baxter über 20 Arzneimittel - unter anderem Impfstoffe gegen Hirnhautentzündung und Grippe - erforscht und entwickelt.

Weitere "strategische Optionen"

Der Verkauf könnte aber nur ein erster Schritt sein. In der Aussendung des Unternehmens heißt es: "Baxter untersucht weiterhin strategische Optionen, einschließlich des Potentials der Partnerschaft oder der Veräußerung seines F&E Entwicklungsprogramms, das sich auf Grippe und Borreliose spezialisiert." Pfizer und Baxter gehen davon aus, den Deal bis Ende 2014 abzuschließen, abhängig von den behördlichen Genehmigungen.

Baxter zählte in Österreich bisher zu den größten Biotech-Unternehmen. Baxter hatte 1996 die Immuno AG für damals ungefähr 850 Mio. Schweizer Franken (700 Mio. Euro) übernommen. Die Immuno AG mit ihren Blutplasma-Produkten und ihren Impfstoffen war in den 1950er-Jahren von Wiener Wissenschaftern, unter ihnen Johann Eibl, gegründet worden.

(apa/akh)

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