Stöger drängt auf Abtreibungen in Spitälern

Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ)
Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ)APA/GEORG HOCHMUTH

An öffentlichen Krankenhäusern in Tirol und Vorarlberg werden keine Abtreibungen durchgeführt. Der Gesundheitsminister will das ändern.

An öffentlichen Krankenhäusern in Tirol und Vorarlberg werden derzeit keine Abtreibungen durchgeführt - und das soll auch so bleiben, geht es nach den Spitalsvertretern. Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) ist diesbezüglich jedoch anderer Meinung. Die betroffenen Landeshauptmänner sollten endlich ein österreichweites Angebot bei den Abtreibungen ermöglichen, betonte er am Freitag im Ö1-„Morgenjournal".

"Ich denke, dass man die Frauen unterstützen muss, die dieses Angebot brauchen", so der Minister. Laut Stöger sei es nicht einzusehen, dass es eben dieses Angebot "in sieben Bundesländern gibt und es das gerade in Tirol und Vorarlberg nicht gibt". Hier würden Frauen benachteiligt, betonte er.

Das Argument der Universitätsklinik Innsbruck, Frauen würden Schwangerschaftsabbrüche ohnehin lieber nicht in ihrer näheren Umgebung durchführen lassen, ließ Stöger im ORF-Radio nicht gelten. Die beiden Länder müssten nachziehen, appellierte er stattdessen. "Es muss nicht in jedem Krankenhaus sein, aber es soll in einem Bundesland eine geeignete qualitative Einrichtung zur Verfügung stehen."

Kritik an "einzementierter, frauenverachtender Haltung"

Unterstützung erhielt Stöger von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos (beide SPÖ) und den Grünen. "Wenn sich eine Frau für einen Schwangerschaftsabbruch entscheidet, dann darf es keine zusätzlichen Hürden, wie lange Anreisewege geben. Frauen müssen darauf vertrauen können, dass sie in ihrer Nähe medizinisch gut betreut werden", forderte Heinisch-Hosek. Auch Darabos kann "die Ablehnung der Krankenanstaltenverbände nicht nachvollziehen".

Die Gesundheitssprecherin der Grünen, Eva Mückstein, sprach sich ebenfalls für Stögers Pläne aus und beanstandete, dass sich die Krankenanstaltenverbände Tirol und Vorarlberg in einer "ewig gestrigen und frauenverachtenden Haltung einzementieren".

>> Bericht des Ö1-„Morgenjournals"