Abtreibung: "Kein Handlungsbedarf" in Vorarlberg

Markus Wallner
Markus WallnerAPA/DIETMAR STIPLOVSEK

Der Vorschlag des Gesundheitsministers, Schwangerschaftsabbrüche auch im Westen Österreichs in öffentlichen Spitälern zu ermöglichen, fällt auf taube Ohren.

Vorarlberg und Tirol lehnen das Vorhaben von Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ), Schwangerschaftsabbrüche auch im Westen Österreichs in öffentlichen Spitälern zu ermöglichen, ab. Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) sieht diesbezüglich keinen Handlungsbedarf, teilte er am Freitag mit. Auch in Tirol will man an der derzeitigen Regelung festhalten.

Für Wallner gibt es auch nach dem stärker werdenden Druck seitens Gesundheitsminister Stöger "keinen Grund", die Vorarlberger Haltung zu ändern, teilte er über seinen Sprecher mit. Dem Minister sei offensichtlich nicht bekannt, dass im westlichsten Bundesland Schwangerschaftsabbrüche im niedergelassenen Bereich möglich seien. "In Vorarlberg besteht deshalb kein Handlungsbedarf", betonte Wallner.

Er richtete den Wunsch an Stöger, "er möge das gleiche Engagement an Tag legen, wenn es darum gehe, den betroffenen Frauen in Österreich flächendeckend Begleitung und Hilfestellung anzubieten, um Abtreibungen überhaupt zu vermeiden. "

Tirol: Ärzte nicht zur Abtreibung zwingen

Auch die Tiroler Landesregierung will an der derzeitigen Regelung festhalten. Es gebe an den öffentlichen Spitälern Tirols einen breiten Kosens, dort keine Abtreibungen durchzuführen, teilte der zuständige Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP) mit. Durch die Fristenlösung werde ausdrücklich festgehalten, dass keine Ärztin und kein Arzt dazu gezwungen werden dürfe, Abtreibungen durchzuführen. Ausgenommen seien Abtreibungen nach medizinischer Indikation.

"Für die Spitäler in Tirol sind das Land Tirol und verschiedene Gemeindeverbände zuständig. Das sollte auch Herr Bundesminister Stöger so akzeptieren", erklärte Tilg. Das Bundesland verhalte sich jedenfalls gesetzeskonform. "Das müsste auch Minister Stöger bekannt sein", meinte der Gesundheitslandesrat.

(APA)