Gusenbauer: „AUA bleibt österreichisch“

Der Verkauf der Airline ist für die SPÖ tabu.

WIEN (APA). „Verbale Bruchlandung“ nennt man wohl, was AUA-Chef Alfred Ötsch am Wochenende passiert ist. Nachdem er nämlich erstmals öffentlich erklärt hat, dass er nicht nur einen Teilverkauf der AUA, sondern sogar einen Mehrheitsverkauf in Betracht ziehe, kennt die Empörung der Politik keine Grenzen. Allen voran hat Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) am Montag klargemacht, was er vom neuen Kurs des AUA-Chefs hält. „Die österreichische Bundesregierung geht davon aus, dass die AUA ein österreichisches Unternehmen bleibt.“

In der AUA ist man seither bemüht, Ötschs Aussage zu relativieren. Der Verkauf der AUA-Mehrheit an einen strategischen Partners sei nur dann notwendig, wenn die AUA alleine nicht in der Lage ist, nachhaltige Gewinne zu schreiben. Von „nachhaltigen Gewinnen“, ist allerdings bei der AUA seit geraumer Zeit keine Rede mehr. Vielmehr sorgen unerwartet hohe Verluste für negative Schlagzeilen. Die Airline verbuchte im ersten Quartal dieses Jahres einen Verlust von 60 Mio. Euro. Und mit den 150 Mio. Euro, die der Einstieg des saudischen Scheichs Mohamed Bin Issa Al Jaber hätte einbringen sollen, wird es nun auch nichts. Der Deal ist geplatzt. Die Hintergründe des Scheiterns sind unklar. Jetzt sind Juristen am Zug. Die AUA prüft eine Klage gegen den Investor.

War zehnmal so viel wert

Zumindest was die Privatisierung des 42,75-prozentigen Staatsanteils an der AUA angeht, sind sich ÖVP und SPÖ einig. Auch Vizekanzler Wilhelm Molterer sprach sich am Montag gegen eine Privatisierung aus. Die AUA hat einen Börsewert von knapp 350 Millionen Euro. 150 Millionen davon entfallen auf die ÖIAG. Vor zehn Jahren war die rotweißrote Heckflosse fast zehnmal so viel wert wie heute.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.05.2008)

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