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Ein neues "Krisenmetall"

Palladium bars are stacked at the safe deposit boxes room of the ProAurum gold house in Munich
PalladiumbarrenREUTERS
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Statt Gold profitiert jetzt Palladium von der Zuspitzung der Weltlage.

Die Weltlage spitzt sich zwar immer mehr zu, aber das als „Krisenmetall“ bekannte Gold legt davon noch kein Zeugnis ab. Zum Wochenende gab der Kurs zwar ein kleines Lebenszeichen von sich, aber Goldnotierungen um die 1300 Dollar pro Feinunze können Anleger nicht mehr vom Stockerl reißen.

Wahrscheinlich wird sich daran auch nicht so schnell allzu viel ändern. Die absehbare Zinserhöhung in den USA spricht jedenfalls eher gegen einen nachhaltigen Gold-Aufschwung und die Abneigung der wichtigen, marktdominierenden Notenbanken gegen höhere Goldnotierungen trägt das ihre dazu bei, dass die Kurse nicht in alte Höhen kommen. Ändern würde sich dieses Szenario natürlich durch eine weitere Zuspitzung der Lage in den Krisenherden, das sollten wir uns aber eher nicht wünschen.

Wenn schon Rohstoffe, dann sehen Experten derzeit eher bei Palladium Potenzial, das ein wichtiges Industriemetall ist, aber auch in der Schmuckindustrie verwendet wird. Der Kurs (siehe nebenstehender Chart) hat schon in den vergangenen Monaten nicht schlecht performt – und könnte jetzt eine Art geopolitischen Kick bekommen. Weitaus größter Palladium-Produzent ist nämlich Russland. Allein der sibirische Metallkonzern Norilsk Nickel ist für fast die Hälfte der Weltproduktion verantwortlich.

Analysten glauben, dass Palladium bei weiteren Drehungen der Sanktionsspirale im Westen knapp werden könnte – was den Preis über 1000 Dollar pro Feinunze treiben sollte. Spekulieren kann man auf diese Entwicklung unter anderem mit ETFs (Exchange Traded Funds) und Optionsscheinen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.08.2014)