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Hurra, wir dürfen noch eine Bank retten

Die Steuerzahler werden zu Kapitalgroßbesitzern.

Gute Nachrichten für die Portugiesen! Die insolvente Großbank Espirito Santo wird gerettet – und zwar nicht durch die Steuergelder der Bürger Portugals, sondern hauptsächlich mit EU-Hilfsgeldern. Eine Handvoll Milliarden, die offenbar ungenutzt herumliegen. Schön, dass dafür eine Verwendung gefunden werden konnte. Gott weiß, was sonst mit diesem Geld geschehen wäre. Im schlimmsten Fall hätte es die Regierung in Portugal zurückgeben müssen: an die Steuerzahler der einigermaßen solventen Staaten. Stattdessen können diese Steuerzahler (die österreichischen eingeschlossen) sich jetzt auf die Schulter klopfen. Espirito Santo gerettet. Gut gemacht, echt.

In Österreich kennen wir uns mit so etwas aus, hier ist Bankenretten ja inzwischen eine Art Volkssport. Die sich aus Gründen des Notfalls in Bürgerhand befindliche ÖVAG wird bald auch wieder mehr Geld brauchen. Was für eine Überraschung aber auch. Wir geben's gern, wir haben's ja. Und weil wir's haben, geben wir gern auch mehr Steuern. Aber nicht für die Banken – sondern wegen der Gerechtigkeit.

Wobei wir uns oft schon fragen: Wo ist da genau die Gerechtigkeit, wenn eine Bank nach der anderen pleitegeht, weil die Banker in ihrer Gier zu schnell expandiert haben? Und die Steuerzahler aus Österreich jetzt nicht nur die eigenen, sondern auch noch portugiesische Banken retten „dürfen“?

nikolaus.jilch@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.08.2014)