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Zahlen und Fakten rund um Putins Importstopp

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Russland reagiert auf die EU-Sanktionen mit Einfuhrverboten für Lebensmittel. Diese machen einen relativ kleinen Teil der EU-Exporte aus.

Russland reagiert auf die westlichen Wirtschaftssanktionen mit Importverboten - nicht zum ersten Mal. Allerdings ist nun erstmals die gesamte EU betroffen. Und: Bisher hatte der russische Präsident Wladimir Putin für Einfuhrverbote stets Gesundheitsbedenken oder angebliche Fehler bei der Anmeldung der Waren angegeben. Nun spricht Moskau offiziell von "Gegensanktionen".  Der Einfuhrstopp ist zunächst auf ein Jahr begrenzt, beginnt ab sofort und gilt für Fleisch und Wurst, Fisch, Milchprodukte, Obst und Gemüse, sowie Nüsse.

Betroffen sind nicht nur alle EU-Mitglieder, sondern auch die USA, Kanada, Norwegen und Australien. 
Was bedeutet der Importstopp nun konkret für den Handel zwischen Russland und der Europäischen Union? Die EU ist der größte Handelspartner Moskaus. Bei den Exporten in die EU liegt Russland nach China an zweiter Stelle. Russland wiederum ist der viertwichtigste Exportmarkt für die EU. Hier die Entwicklung des Außenhandels in den vergangenen zehn Jahren:

Insgesamt verkaufte die EU im Vorjahr rund 120 Milliarden Euro an Gütern nach Russland. Betrachtet man sie nach Produktgruppen, machen Lebensmittel einen relativ geringen Teil aus:

Rund ein Zehntel der Importe entfällt also auf Lebensmittel. Laut EU-Statistik sind dabei Obst, Käse und Schweinefleisch mit einem Volumen von jeweils einer Milliarde Euro die größten Brocken.

Wie viele Agrar-Exporte sind betroffen?

Das russische Importverbot betrifft fast 37 Prozent sämtlicher Agrarexporte der EU nach Russland - oder Waren im Gegenwert von 5,2 Milliarden Euro. Am stärksten von den russischen Sanktionen betroffen ist Litauen, das im Vorjahr landwirtschaftliche Erzeugnisse für 927 Millionen Euro nach Moskau verkaufte. Danach folgt Polen und an dritter Stelle Deutschland.

Wie stark ist Österreich betroffen?

In Österreich ist der prozentuelle Anteil etwas höher als der EU-Schnitt. Immerhin ist das wichtigste Agrarexportgut - Schweinefleisch - von dem Importstopp betroffen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums agrarische Waren im Wert von 237,6 Millionen Euro aus Österreich nach Russland exportiert. Güter im Wert von rund 107 Millionen Euro sind vom Importstopp betroffen.

(sk/APA)