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Ausstellung: Fußball & Kirche – kaum ein Unterschied

(c) Dommuseum
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Dommuseum zeigt Parallelen zwischen Fan-Ritualen und katholischer Liturgie.

WIEN (eko). „Meine Heimat – meine Religion – meine Liebe“, lautet der Text auf einem Schal des SK Rapid. Das ist auch jener Fußballverein, dessen Heimspielstätte als St. Hanappi bezeichnet wird. Ganz allein ist der Wiener Traditionsklub mit derartigen, an Heiligenverehrung grenzenden Ritualen nicht.

Tatsächlich weisen Fußball und Kirche erstaunlich viele Parallelen auf. Das beginnt schon damit, dass Fans zu Auswärtsspielen „pilgern“ und so wie Gläubige auch gerne Andenken von der Wallfahrt mitnehmen – von Eintrittskarten bis zu Fahnen und Wimpeln.

Erinnerungen an die katholische Liturgie werden wach, wenn Spieler einen Pokal wie einen Messkelch küssen und daraus Champagner – statt Messwein – schlürfen. Auch die Dialoge zwischen Platzsprechern und Fans sind ähnlich aufgebaut wie etwa der liturgische Friedensgruß, der von Kirchgängern und Priester im Wechselspiel gesprochen wird.

Wie stark in der Messe und im Stadion gleiche Stilmittel eingesetzt werden, zeigt eine Ausstellung im Dommuseum – die „Presse“ ist Kooperationspartner, die am Dienstag eröffnet wurde. Bis 22.September sind 140 Exponate zu sehen. Auch Reliquien – von Fußballern und echten Heiligen.

www.dommuseum.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.05.2008)