Claus J. Raidl (65) tritt am 1. September 2008 ein für ihn neues Amt an. Der Stahlkonzernmanager zieht an die Spitze des Präsidiums der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). Dort löst er den bisherigen Präsidenten Herbert Schimetschek ab, der in Pension geht. Im Ministerrat wurde Raidl auch offiziell von der Regierung zum neuen Notenbank-Präsidenten gemacht.
Raidl hat bereits im Vorfeld erklärt, seine Vorstandsverträge bei Böhler-Uddeholm (bis 2009) und voestalpine (bis Ende 2010) erfüllen zu wollen. Der Generalratspräsident sei kein "Fulltime-Job", hatte Raidl die Medien bereits wissen lassen.
Auch als Aufsichtsrat in anderen großen Unternehmen will Raidl offenbar nicht kürzertreten. Erst am 9. Mai hat er sich in der Hauptversammlung des Baustoffkonzerns Wienerberger für eine neue Funktionsperiode bis 2013 wiederwählen lassen.
In der Finanzwelt wird erwartet, dass sich der VP-nahe Raidl - federführend in zahlreichen Think-Tanks in Politik und Wirtschaftspolitik - auch als Präsident der Notenbank öfter mal öffentlich zu Wort melden dürfte, jedenfalls öfter als etwa sein Vorgänger. Von einer Art künftigem "geschäftsführenden Präsidenten" war hinter vorgehaltener Hand für den aufsichtsratserfahrenen Topmanager schon die Rede gewesen. In der Realität und Praxis obliegen freilich auch die Auftritte nach außen und in den internationalen Organisationen dem Gouverneur, also dem Vorsitzenden des Direktoriums (Vorstand). Der heißt ab September Ewald Nowotny.
(APA)