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Ernst Nevrivy: „Brauchen keine Begegnungszone“

Ernst Nevrivy(c) APA/L. SCHEDL (L. SCHEDL)
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Ernst Nevrivy ist seit dieser Woche offiziell neuer Bezirksvorsteher der Donaustadt. Der 46-jährige SPÖ-Politiker setzt vor allem auf das Thema Verkehr.

Sie haben das Amt wegen des Todes Ihres Vorgängers Norbert Scheed sehr plötzlich übernommen. Haben Sie sofort Ja gesagt?

Ernst Nevrivy: Wir kamen in einer gemeinsamen Sitzung zum Schluss, dass am besten ich die Projekte von Norbert weiterführe. Das war für mich eine große Ehre, und ich habe sofort Ja gesagt.


Wollen Sie den Job auch nach der Wien-Wahl 2015 weitermachen?

Selbstverständlich.


Ihr großer Konkurrent im Bezirk ist die FPÖ. Macht Rot-Grün im Rathaus den Wahlkampf gegen die FPÖ schwieriger?

Wir müssen die Bevölkerung davon überzeugen, dass wir die richtige Politik machen. Ich arbeite für den Bezirk, im Bezirk – egal welche Koalition im Rathaus sitzt.


Wenn die Koalition im Rathaus egal ist: Ginge auch Rot-Blau?

Nein, eine Koalition mit der FPÖ schließe ich aus. Wobei: Die Wähler der FPÖ wollen wir natürlich gewinnen. Sie können nichts dafür.

Die SPÖ in den Flächenbezirken gilt als skeptisch gegenüber Rot-Grün. Wie glücklich sind Sie mit den Grünen?

Ich habe ein gutes Verhältnis zu ihnen. Nur bei der Umsetzung der Stadtstraße sind wir auseinander.


Sie meinen die Anbindung der Seestadt Aspern an S1 und A23. Inwiefern bremsen die Grünen?

Sie bremsen nicht unbedingt, aber sie sind nicht so dahinter wie die SPÖ. Ich bin eben ein sehr ungeduldiger Mensch, und die Donaustadt wächst sehr stark. Wir werden im Jahr 2030 etwa 30.000 neue Mitbürger haben, und diese werden alle fahren müssen – nicht alle werden Fahrrad fahren. Daher brauchen wir Entlastungsstraßen.


Apropos Seestadt: Für den grünen Stadtplaner Chorherr ist die Prater Hauptallee ein Idealbeispiel für die künftige Nutzung öffentlichen Raums. Sprich: Radfahrer und Fußgänger teilen sich den Platz, Autos können kreuzen. Gefällt Ihnen die Begegnungszone als Prototyp für neue Stadtteile?

Nein, ich bin kein Fan davon. Begegnungszonen wie die Mariahilfer Straße wird es mit mir in der Donaustadt nicht geben, das brauchen wir nicht. Die Wagramer Straße wird jedenfalls sicher keine.


Aber Sie wollen auf der Wagramer Straße Radfahrern immerhin mehr Platz geben.

Durch die Entfernung der alten Straßenbahngeleise haben wir die Chance, eine vielbefahrene Schnellstraße rückzubauen und mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen. Es soll sich eine Flaniermeile mit Schanigärten entwickeln. Trotzdem bleiben es zwei Fahrspuren in jede Fahrtrichtung.


Sie wollen auch einen riesigen Wald pflanzen, den sogenannten Wienerwald Nord-Ost. Eine Idee von Norbert Scheed. Gibt es schon Details zur Planung?

Noch nicht. Im Oktober werden die ersten Bäume gepflanzt. Der Bürgermeister möchte den Wald auch nach Norbert Scheed benennen.


Was ist denn Ihr eigenes, Ihr persönliches Hauptprojekt?

Derzeit geht es darum, die Projekte von Norbert weiterzuführen. Für eigene Projekte ist die Zeit noch zu kurz. [ APA] (uw)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.08.2014)