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Russische Konzerne spüren Sanktionen

General view of pipes from Latvijas Gaze's underground gas storage facility in Incukalns
Gazprom-PipelinesREUTERS
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Vor allem westliche Technologien für den Ölsektor fehlen. Auch der Finanzsektor leidet.

Moskau. Die im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt verhängten Wirtschaftssanktionen gegen Russland wirken sich laut einem Bericht des „Spiegel“ unter anderem bereits auf die Ölindustrie und die Finanzinstitutionen aus. Die Ölindustrie sei besonders bei der Förderung in der Arktis auf ausländische Technologie angewiesen, berichtet das Nachrichtenmagazin in seiner neuen Ausgabe.

Aufgrund der Sanktionen lieferten die USA aber keine Fördertechnik mehr an das Unternehmen Gazprom Burenie. Mittelfristig könne die Ölförderung Russlands um bis zu zehn Prozent zurückgehen, zitiert der Spiegel Nikolai Gratschow vom Innovationszentrum Skolkowo bei Moskau.

Neben den Handelsbeschränkungen zeigen dem Bericht zufolge auch die Finanzsanktionen Wirkung. Die Geldinstitute seien stark abhängig vom westlichen Kapitalmarkt. Da die EU und die USA aber russischen Banken, die mehrheitlich in Staatsbesitz sind, keine Darlehen mit einer Laufzeit von über 90 Tagen mehr gewähren, hätten drei russische Finanzinstitute bereits den Kreml um Unterstützung gebeten. Nach Informationen der EU-Kommission stehen Russland zudem infolge der Sanktionen von den rund 465 Mrd. Dollar an Devisenreserven nur noch rund die Hälfte zur Verfügung.

Ende Juli hat die Europäische Union erstmals spürbare Wirtschaftssanktionen gegen Russland verhängt. Seither haben russische Banken einen eingeschränkten Zugang zu EU-Finanzmärkten, Rüstungslieferungen nach Russland wurden verboten. Das Ausfuhrverbot für Spezialtechnik für die Ölförderung betrifft vor allem Bohrungen in der Arktis. (ag)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.08.2014)