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"Ice Bucket Challenge": Eiskalter Hype im Web

Ice Bucket Challenge
Justin Timberlake mit einer ganzen "Ice Bucket"-Gruppe.(c) Jimmy Fallon Twitter
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Um auf die Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) aufmerksam zu machen, schütten sich Prominente Eiswasser über den Kopf. Eine gute Sache oder gar eiskaltes Kalkül?

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat es getan. Microsoft-Milliardär Bill Gates auch. Entertainer Justin Timberlake, Schauspieler Chris Pratt und Sängerin Lady Gaga ebenso. Die Rede ist von der "Ice Bucket Challenge". Dabei schütten sich Menschen einen Kübel Eiswasser über den Kopf und nominieren drei wetere Personen, die binnen eines Tages dasselbe tun müssen. Wenn sie dies verweigern, müssen sie 100 Dollar einer Stiftung zur Bekämpfung der Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) spenden.

In den USA hat sich die Eiswasser-Aktion über soziale Medien in Windeseile verbreitet. Prominenz aus Kultur, Politik, Sport und Wirtschaft hat sich die eiskalte Dusche verpasst. Viele, die eine globale Marke repräsentieren, ziehen nach. Im Land der Corporate Social Responsibility kann es sich niemand leisten, nicht mitzumachen.

 

Auch in Österreich und Deutschland ist die "Ice Bucket Challenge" zu einem Trend geworden. David Alaba, ÖFB-Teamspieler und Bayern-München-Star, sowie ORF-Moderator Armin Wolf, haben sich der kühlen Herausforderung gestellt.

 

ALS Ice Bucket Challenge - Armin Wolf - 17. 8. 2014 from Armin Wolf on Vimeo.

 

Selbst bei der österreichischen Politik ist der Trend inzwischen angekommen: Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter (ÖVP) hat sich eine "Schneeabreibung" verpasst, nachdem ihn der ZiB-2-Anchorman am Sonntag zur Challenge gefordert hatte.

Auch Kritik an der Eiswasser-Aktion

Die "Ice Bucket Challenge" dient zweifelsohne der guten Sache, aber ist für so Manchen - Lady Gaga und andere Show-Größen - wohl auch eine geschickte Marketing-Aktion. In den sozialen Medien mischt sich unter den Usern nach anfänglicher Begeisterung auch immer mehr Kritik. Sätze wie "Kinder in Afrika verdursten" oder "die Einsätze von 100 Dollar sind viel zu gering", sind dort zu lesen. Befürchtet wird auch, dass sich die Aktion vom eigentlichen Zweck entfernt und sich zu einem reinen Trend à la Selfie entwickelt.

Mehr als vier Millionen Dollar gespendet

Für die Initiatoren der viralen Kampagne ist die "Ice Bucket Challenge" ein voller Erfolg: Im Zeitraum vom 29. Juli bis zum 12. August wurden vier Millionen Dollar zugunsten der ALS Association gespendet. Im Vorjahr waren es zurselben Zeit 1,1 Millionen Dollar.

Die Krankheit

Die seltene Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) führt zu Nervenzerstörungen und fortschreitenden Muskellähmungen. Etwa die Hälfte der Patienten stirbt innerhalb der ersten drei Jahre. Über die genauen Ursachen und Mechanismen der Nervenkrankheit ist dabei wenig bekannt.

(Red.)