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Machtkampf beim "Spiegel"

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"Spiegel"-Chefredakteur Wolfgang BüchnerEPA
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"Spiegel"-Chefredakteur Wolfgang Büchner lässt nach interner Kritik nun offenbar alle Ressortleiter-Posten neu ausschreiben.

Der Konflikt zwischen Redaktion und Chefredakteur beim „Spiegel" droht zu eskalieren. Laut „Berliner Zeitung" haben Chefredakteur Wolfgang Büchner und Geschäftsführer Ove Saffe den Vertretern der Mitarbeiter KG (die Mitarbeiter halten 50,5 Prozent am Verlag) eröffnet, dass die Stellen aller Ressortleiter innerhalb der nächsten zwei Jahre neu ausgeschrieben werden sollen. Begründung: Künftige Ressortleiter sollen Print und Online gleichermaßen betreuen.

Vermutet wird ein Gegenschlag Büchners, der seit seinem Start beim „Spiegel" im September 2013 intern unter Beschuss steht - vor allem, seit er Nikolaus Blome von der „Bild" in die „Spiegel"-Chefetage holte und mit dem langjährigen Vize-Chefredakteur Martin Doerry einen seiner schärfsten Kritiker entmachtete.

Ressortleiter halten Büchner für untragbar

Zuletzt sollen drei Ressortleiter im Namen aller bei Saffe vorstellig geworden sein: Büchner sei untragbar - ein Technokrat, dem es an intellektuellen und publizistischen Qualitäten fehle. Die Delegation soll aus Alfred Weinzierl (Deutschland), Susanne Amann (stv. Wirtschaft) und Ullrich Fichtner (Gesellschaft) bestanden haben.

Laut "Berliner Zeitung" wäre von einer Neuausschreibung Wirtschaftschef Armin Mahler als erster betroffen, weil sein Vertrag Ende 2014 ausläuft. Die Neuausschreibungen werden vermutlich nicht ohne Zustimmung der Mitarbeiter KG möglich sein (in ihr ist nur die Print-Redaktion vertreten, womit die Onliner auch nicht von Gewinnausschüttungen profitieren). Wird das Ansinnen abgelehnt, könnten Büchner und Saffe sich abfertigen lassen und gehen - kommt es dazu, dürfte die Redaktion auf die Barrikaden steigen.

(i. w.)