Indien stoppt Film über Ermordung Indira Gandhis

Margaret Thatcher Indira Gandhi
Indira Gandhi (rechts) 1978 mit ihrer britischen Amtskollegin Margaret Thatcher(c) imago stock&people (imago stock&people)

Der Film "Kaum De Heere" darf nicht ins Kino kommen, weil er die Mörder der Politikerin zu positiv zeichnet. Die Regierung fürchtet Gewaltausbrüche zwischen Hindus und Sikhs.

Die indische Regierung verbietet den Kinostart des Films "Kaum De Heere", der von der Ermordung der früheren Regierungschefin Indira Gandhi handelt. Der Film hätte am Freitag in Indien ins Kino kommen sollten. Der Zentralausschuss für Filmzulassungen stoppte jedoch am Donnerstag den Kinostart, berichtete die indische Nachrichtenagentur PTI.

Laut Medienberichten erfolgte die Überprüfung des Films auf Bitten des Innenministeriums. Der indische Geheimdienst soll demnach zuvor vor Gewaltausbrüchen im Norden des Landes gewarnt haben.

Der Film steht in der Kritik, weil er die Mörder Gandhis angeblich in positivem Licht erscheinen lässt.

Gandhi wurde von zwei Sikh-Leibwächtern ermordet

Im Juni 1984 hatten indische Truppen auf Anordnung der Regierungschefin den Goldenen Tempel im nördlichen Bundesstaat Punjab gestürmt, in dem sich militante Anhänger der Religionsgemeinschaft der Sikh verschanzt hatten. Bei dem Einsatz wurden hunderte Menschen getötet.

Vier Monate später wurde Gandhi von zwei Sikh-Leibwächtern getötet. In den folgenden Unruhen starben etwa 3000 Menschen.

Zu den Gegnern des Films gehört die Jugendorganisation von Gandhis Kongresspartei. "Ich habe dem Premierminister (Narendra Modi) geschrieben, damit der Film gestoppt wird", sagte Vikramjit Chaudhary von der Kongressjugend in Punjab der Nachrichtenagentur AFP. Er hatte schon zu Wochenbeginn vor gewalttätigen Protesten gegen den Film gewarnt.

Regisseur: "Weder Helden noch Bösewichter"

Der Regisseur Ravinder Ravi verteidigte hingegen sein Werk im Gespräch mit der Zeitung "The Hindu": Die Figuren des Films seien "weder Helden noch Bösewichter".