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Uniqa-Chef Brandstetter: "Wir klagen gegen Hypo-Haircut"

Brandstetter, CEO of Austrian insurer Uniqa, addresses a news conference in Vienna
Brandstetter, CEO of Austrian insurer Uniqa, addresses a news conference in ViennaREUTERS
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Die Hypo-Anleihen wurden auf den Marktwert abgeschrieben. Das Vorsteuerergebnis zum Halbjahr lag bereinigt um 25 Prozent höher.

Der Uniqa-Versicherungskonzern hat im ersten Halbjahr auf vergleichbarer Basis mehr verdient: Das EGT stieg um 24,7 Prozent auf 181,4 Mio. Euro. Versicherungstechnisch legte man sogar um 53,6 Prozent zu. Gegen den Hypo-Haircut wird die Uniqa klagen - seine nachrangigen Anleihen im Volumen von 35 Mio. Euro hat der Konzern um 19 Mio. Euro, also auf Marktwerte abgeschrieben.

"Wir werden klagen", sagte Uniqa-Chef Andreas Brandstetter zur APA, "denn das ist eine kalte Enteignung von Kundengeldern." Auf die genaue Vorgangsweise zum Hypo-Schuldenschnitt habe man sich noch nicht festgelegt, "wir prüfen das sehr intensiv und werden das in den nächsten Wochen entscheiden". Offen sei etwa auch noch, ob man die rechtlichen Schritte allein oder gemeinsam mit anderen Betroffenen unternehme. Die Uniqa wolle "den bestmöglichen Weg für ihre Kunden finden". Konkurrent VIG hatte am Dienstag angekündigt, in den nächsten Wochen gegen das Hypo-Sondergesetz mit einer Individualbeschwerde vor den Verfassungsgerichtshof (VfGH) gehen zu wollen.

Das unbereinigte Uniqa-Nettoergebnis gab heuer im Halbjahr um 18,5 Prozent auf 122,8 Mio. Euro nach. Hier schlug sich wie beim berichteten EGT im Vorjahresvergleich der damalige Sondererlös aus dem Verkauf der Austria Hotelgruppe in Höhe von 51,1 Mio. Euro nieder.

Combined Ratio verbessert

Die Combined Ratio (Schäden und Kosten gemessen an den Prämien) verbesserte die Uniqa im Halbjahr auf 98,3 (99,4) Prozent. Die Konzernkostenquote sank auf 21,9 (23,0) Prozent.

Das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte sich im Periodenvergleich um 53,6 Prozent auf 91,8 Mio. Euro. Bereinigt stiegen die Nettokapitalerträge (trotz Abschreibung von 19 Mio. der insgesamt 35 Mio. Euro an nachrangigen Kärnten-Hypo-Bonds) um 0,8 Prozent. Die Kapitalanlagen kletterten gegenüber Ende 2013 um 1,455 Mrd. auf 28,839 Mrd. Euro.

Verwaltungsaufwand reduziert

Die verrechneten Prämien steigerte die Uniqa bis Juni (samt Sparanteilen der Fonds- und Indexpolizzen) um 2,0 Prozent auf 3,130 Mrd. Euro. Dämpfend wirkten deutliche Prämienrückgänge bei Fondspolizzen, primär wegen des Komplett-Rückzugs aus dem deutschen Markt ohne Annahme von Neugeschäft.

Die Versicherungsleistungen der Uniqa im Eigenbehalt stiegen bis Juni um 6,6 Prozent auf 2,142 Mrd. Euro. Die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb gingen um 1,7 Prozent auf 638 Mio. Euro zurück. Deutlich um 13,6 Prozent auf 180 Mio. Euro reduziert wurden die Verwaltungskosten. Das Gesamteigenkapital der Gruppe stieg in den ersten sechs Monaten (gegenüber Ende 2013) um 9,0 Prozent auf 3,042 Mrd. Euro, die Solvency-I-Quote lag mit 301,8 Prozent um 14,7 Prozentpunkte über dem Vorjahresultimo.

Die Mitarbeiter-Zahl wuchs - durch Übernahmen von Versicherungen in Kroatien und Serbien - um 1,9 Prozent auf 14.620.

(APA)