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Drogen vor Nahrung: Boombranche Geldwäsche

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Eine Branche trotzt der Finanzkrise: Noch nie zuvor wurde so viel Geld aus Verbrechen gewaschen wie derzeit. Angeblich gibt die Weltbevölkerung mehr Geld für Drogen als für Nahrungsmittel aus.

Der Bedarf, kriminell erworbenes Geld reinzuwaschen, sei derzeit so groß wie nie zuvor, sagte Buchautor und Sachverständiger für angewandte Kriminologie und Kriminalistik, Josef Siska. Zwischen 508 Milliarden und 1,5 Billionen Euro schätzt der Experte das jährlich zu waschende Volumen.

 

Mehr Geld für Drogen als für Essen

Die Summe sei sehr schwer zu beziffern, sagt der Experte. Denn es gibt keine offiziellen Bilanzen von Verbrechern. An erster Stelle stünden aber sicher die Erlöse aus Drogenhandel. Experten schätzen, dass rund neun Prozent des Welthandels auf das Geschäft mit illegalen Drogen entfällt. Die Weltbevölkerung gebe bereits mehr Geld für Drogen als für den Kauf von Nahrungsmitteln aus, erklärte Siska.

Einfache Geldwäsche Glücksspiel

Eine weit verbreitete Form der Geldwäsche ist Glücksspiel. Drogengeld in bar wird an der Kasse in Spielchips gewechselt und sehr konservativ gesetzt - zum Beispiel beim Roulette auf zwei der drei Reihen. Der Teil, den der Spieler logisch verliert (im Casino gewinnt langfristig immer das Casino), wird als Spesen akzeptiert. Was vom Drogengeld nach ein paar Stunden Glücksspiel übrig bleibt wird wieder in Bargeld zurückgetauscht - als "sauberer" Spielgewinn.

Casinos Austria angeblich gut geschützt

 

Doch so einfach ist es zumindest bei den Casinos Austria nicht für Verbrecher. Die heimischen Casinos setzten eine Reihe von Maßnahmen, um Geldwäsche zu verhindern, sagte Beck. So werde beispielsweise jeder Gast namentlich registriert und der Casinobereich mit Video-Kameras überwacht. Darüber hinaus erfolge die Gewinnauszahlung durch das Ausstellen von Schecks oder Überweisungen nur dann, wenn ein entsprechender Gewinn von mehreren leitenden Mitarbeitern bestätigt werden kann.

 

Keine Geldwäsche bei den Casinos Austria

In den zwölf Betrieben der Casinos Austria werde "überhaupt kein Geld gewaschen", betonte Vorstandsdirektor Dietmar Hoscher. Es mag zwar Versuche geben, aber in diesen Fällen komme es zur Anzeige. So wurden 2004 und 2005 insgesamt drei Anzeigen eingebracht, erklärte der Abteilungsleiter für Responsible Gaming, Herbert Beck. In den folgenden Jahren habe es keine Anzeigen geben. (APA/ebl)