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Baumax: "Verkauf der Essl-Sammlung bringt uns großen Schritt voran"

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APA/HERBERT PFARRHOFER
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Das schlechte Wetter belastete Karlheinz Essls strauchelnde Baumarktkette zusätzlich. Die Geldspritze aus dem Verkauf der Kunstsammlung kann Baumax gut gebrauchen.

Der Mehrheitsverkauf der Kunstsammlung Essl an den Industriellen Hans Peter Haselsteiner, von dem die "Presse" exklusiv berichtete, sorgt bei Baumax für Freude. "Der Verkauf bringt uns einen großen Schritt in der Restrukturierung voran", sagte Sprecherin Monika Voglgruber am Dienstag zur APA. Die Baumarktkette befindet sich in Turbulenzen, der Erlös von über 100 Millionen Euro soll an die Gläubigerbanken fließen. Per Ende August befindet sich Baumax laut Voglgruber "umsatzmäßig auf Plan", wenngleich sie einräumte, dass sich die Geschäftsentwicklung zuletzt aufgrund des schlechten Wetters abschwächte.

Erzielte die gesamte Bau- und Heimwerkerbranche im ersten Quartal 2014 noch ein reales Umsatzplus von sechs Prozent, rutschte sie im zweiten Quartal inflationsbereinigt um 3,9 Prozent ins Minus.

Der Kreditschutzverband KSV 1870 prüft derzeit die möglichen Auswirkungen der angekündigte Kapitalspritze auf die Bonitätsbewertung von Baumax. "Wir sind gerade dabei es zu verifizieren", sagte KSV-Experte Günther Fasching. Die Kreditschützer hatten die Ausfallwahrscheinlichkeit der Baumarktkette von 7,85 Prozent Ende Mai auf 4,22 Prozent Mitte Juli gesenkt. Damals sah der KSV weiter ein "erhöhtes Risiko" und empfahl damals aus Bonitätsgründen nicht "die Aufnahme einer Geschäftsverbindung".

Fünf Länder im Fokus

Baumax will sich wie berichtet nur noch auf Österreich, Tschechien, die Slowakei, Ungarn und Slowenien konzentrieren und sich aus Kroatien, Rumänien, Bulgarien und der Türkei zurückziehen. Die rumänische Tochter wurde Anfang Juli an die französische Adeo-Gruppe verkauft, auch in der Türkei hat der Rückzug bereits begonnen. In Kroatien und Bulgarien "laufen die Prozesse", sagte Voglgruber.

Besser als bei bauMax läuft es bei Konkurrent Obi, wenngleich die deutsche Heimwerkerkette im April mit einem größeren Personalabbau in der Wiener Zentrale für Schlagzeilen sorgte. "Das Frühjahrsgeschäft war exzellent. Der österreichische Markt ist stabil und konstant", sagte Markus Hutschinski von der Baustofffirma Sochor am Dienstag bei einem Pressegespräch in Wien. Sochor ist der umsatzmäßig größte Franchisenehmer von Obi in Österreich. Die Firma betreibt vier Obi-Märkte in Wien und Niederösterreich.

Hohe Flächendichte

Schon seit längerer Zeit komme es am Heimwerkermarkt zu einer Marktbereinigung. "Der Handel lebt von guten Standorten. C- und D-Lagen fallen weg", meinte Hutschinski. Wolfgang Richter, Geschäftsführer des Standortberaters RegioPlan, sieht das Problem der Branche bei einer zu hohen Flächendichte. In kaum einem anderen europäischen Land gebe es eine derart hohe Flächendichte wie in Österreich, wurde Richter am Montag in der "Tiroler Tageszeitung" zitiert. Auch hätten die Firmen viel zu spät auf eigene Shopping-Portale im Internet gesetzt.

Baumax stieg erst im Juni ins Online-Geschäft ein. Auch Obi ist erst vor einigen Monaten mit seiner Weboffensive gestartet. Eine typische Onlinebranche ist der Baumarkthandel aber nicht: "60 Prozent der Artikel sind gar nicht onlinefähig. Niemand wird sich einen Zementsack liefern lassen", räumte Hutschinski ein.

(APA)