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Verpackungsgenie Schelling

Ja, die Konjunktur, die muss natürlich schon mitspielen – wenngleich, zuletzt hat sie sich leider eingetrübt. Und die Verhandlungen über Einsparungen sind auch noch abzuwarten.

Genauso wie die über allfällige „Gegenfinanzierungen“, wie es gefährlich verniedlichend heißt – also über nichts anderes als neue Steuern oder die weitere Erhöhung bereits bestehender (man will es kaum glauben, dass Derartiges überhaupt noch möglich ist).

So äußerst sich einer der im Augenblick medial begehrtesten Protagonisten des innenpolitischen Personals, Hans Jörg Schelling, mit wenigen Variationen in den öffentlichen Auftritten seit seiner Angelobung zum Finanzminister. Ihm wird mit nicht wenigen Vorschusslorbeeren begegnet, die er genießen sollte. Allein das Faktum, dass jemand, der im früheren Leben in der Wirtschaft, außerhalb der wuchernden geschützten Bereiche, tätig war, noch dazu ziemlich erfolgreich, nun sinnbildlich gesprochen das Geld der Steuerzahler überantwortet bekommt, nährt Hoffnungen. Dabei hat Michael Spindelegger – Sie erinnern sich, jener Mann der bis vor Kurzem die ÖVP in ein Umfragetief und das Finanzministerium in eine nicht enden wollende Steuerdebatte geführt hat – Ähnliches gesagt. Und wurde kritisiert. Von Feind und, schmerzhafter, Freund. Es kommt eben auch auf die Verpackung an. Obwohl: Letztlich setzt sich fast immer das Produkt durch. Aber das weiß Hobbywinzer Schelling ganz bestimmt.

E-Mails an: dietmar.neuwirth@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.09.2014)