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Italien: Aus für Gebetsräume für Moslems in Pfarren

(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Die italienische Bischofskonferenz hat beschlossen, dass kathlolische Pfarren keine Räume mehr für Moslems zum Gebet bereitstellen dürfen. Denn sie würden dadurch "für immer" dem Christentum entzogen.

Die katholischen Pfarren in Italien sollen es künftig unterlassen, Muslimen Gebetsräume zur Verfügung zu stellen, erklärte der Generalsekretär der Italienischen Bischofskonferenz, Giuseppe Betori. Das berichtet die italienische Zeitung "La Repubblica".

Bis jetzt haben zahlreiche katholische Priester in Italien muslimischen Immigranten Räumlichkeiten für Gebete zur Verfügung gestellt, da sich viele Gemeinden weigern, dem Bau von Moscheen zuzustimmen.

 

Orthodoxe ja, Moslems nein

Die katholischen Pfarren könnten durchaus weiterhin orthodoxe Gläubige zum Gebet einladen, nicht jedoch Muslime, betonte Betori. Bei allem Respekt gegenüber der muslimischen Gemeinschaft müsse man deren religiöse Forderungen beachten.

Gemäß den islamischen Gepflogenheiten gelte ein Raum, den Anhänger des Propheten Mohammed für das Gebet nutzen, als nicht mehr für andere Religionen verfügbar. Ein Pfarrer müsse also wissen, dass er in diesem Moment einen Raum der katholischen Religion entzieht und für immer dem Islam übereignet.

 

Moscheen dürfen keine Kultstätten sein

Betori erinnerte auch daran, dass die Moscheen kein Ort des religiösen Kultes sondern des Gebets und der Lehrtätigkeit seien. Daher habe die italienische Bischofskonferenz entschieden, ein Dokument zu erarbeiten, in dem die Positionen der katholischen Kirche zur Frage des Baus von Moscheen in Italien dargelegt würden.

Ahmadinedschad will zum Papst

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat Diplomaten zufolge um eine Audienz bei Papst Benedikt XVI. gebeten. Der Staatschef wird anlässlich eines UN-Gipfels kommende Woche in Rom erwartet. Es wäre das erste Treffen Ahmadinedschads mit dem Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche.

Der Vatikan hat den iranischen Staatschef in der Vergangenheit wegen seiner Aussage kritisiert, Israel sollte von der Landkarte ausradiert werden. Zugleich hat sich der Papst für einen Dialog mit dem Iran eingesetzt, um den Streit um das umstrittene Atomprogramm des Landes mit dem Westen auszuräumen. Mit Außenminister Manuchehr Mottaki hat sich Benedikt XVI. bereits getroffen. (Ag.)

(APA)