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ÖVP-Chef holt sich Tipps bei Bildungsguru

Andreas Salcher
(c) ORF (Günther Pichlkostner)
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Bildungsexperte und Autor Andreas Salcher polarisiert.

Wien. Die ÖVP will ihr Parteiprogramm nun also einer Verjüngungskur unterziehen. Dabei wird auch vor dem Thema Bildung nicht Halt gemacht. Wie bekannt wurde, schart ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner bereits Ideengeber um sich. Einer davon ist, wie die Tageszeitung „Österreich“ berichtet, der umstrittene Bildungsexperte Andreas Salcher.

Der studierte Betriebswirt ist Mitbegründer der Sir-Karl-Popper-Schule für Hochbegabte in Wien und wurde durch Bücher wie „Der talentierte Schüler und seine Feinde“ bekannt. Mit seinen pointierten Aussagen wurde er für die einen zum Guru und für die anderen zum Inbegriff des selbsternannten Bildungsexperten. Sein Name gilt für viele Lehrer als Reizwort.

Im Büro Mitterlehners heißt es, dass sich der Vizekanzler mit mehreren Experten treffe. Danach solle in der Partei über den Inhalt der Gespräche diskutiert werden. Ob es dadurch zu einer Veränderung der Parteilinie kommt, sei nicht abschätzbar.

 

„Scheuklappen ablegen“

Der Koalitionspartner freut sich jedenfalls schon auf eine Kehrtwende der ÖVP. SPÖ-Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann bezeichnet den neuen ÖVP-Berater Salcher als „ein hoffnungsgebendes Zeichen, dass die ÖVP die ideologischen Scheuklappen ablegt und einen bildungspolitischen Reformschub mitträgt.“ Konkret erhofft sie sich einen Schwenk der ÖVP bei der Ganztags- bzw. Gesamtschule. Zwei Konzepte, denen auch Salcher nicht abgeneigt ist. (j.n.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.09.2014)