„Gold wird noch billiger“

(c) Reuters (SHANNON STAPLETON)
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Europäische Anleger profitieren derzeit noch von der Aufweichung des Euro.

Anleger, die Gold nicht als Absicherung gegen den finanzwirtschaftlichen Supergau, sondern aus Renditegründen im Portfolio haben, sind derzeit nicht sonderlich zu beneiden: Selbst krisenhafte Entwicklungen mit globalen Auswirkungen wie der Ukraine-Konflikt oder der Vormarsch der IS-Terroristen im Irak und in Syrien bringen das frühere Krisenmetall nicht richtig auf Trab.

Die vergangenen Wochen haben wenigstens Goldanlegern in der Eurozone eine kleine Entlastung gebracht: Die Versuche der EZB, den Euro gegenüber dem Dollar „aufzuweichen“, sind sichtbar erfolgreich. Weil Gold in Dollar gehandelt wird, steigt der Goldpreis bei einem Erstarken der US-Währung auf Eurobasis automatisch an. Man sieht die Entwicklung sehr schön in neben stehendem Chart: Seit die EZB begonnen hat, ihre „Weichspüler“ einzusetzen, läuft der Goldpreis auf Eurobasis der Dollarnotierung auffallend davon. Eine dreiprozentige Steigerung des Dollar-Goldpreises seit Jahresanfang hat europäischen Anlegern auf Eurobasis immerhin fast acht Prozent plus beschert. Sollte die EZB tatsächlich auf die Dollar-Parität des Euro hinarbeiten, dann wäre da noch viel Währungsgewinn drin.



Allerdings nur, wenn die Goldnotierung insgesamt nicht weiter absackt. Das könnte aber durchaus passieren: Jeffrey Currie, Goldanalyst bei der US-Investmentbank Goldman Sachs, rechnet mit einem weiteren Absturz des Preises von derzeit knapp 1270 auf 1050 Dollar je Feinunze. Für den nötigen Druck auf die Preise werde die Politik der US-Notenbank Federal Reserve sorgen, meint der Experte. Zusätzlichen Abwärtsdruck werde eine Beruhigung in der Ukraine auslösen. ju

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.09.2014)


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