Millionen Südamerikaner vom Hunger bedroht

 - Der Eigner einer illegalen Sägemühle im brasilianischen Bundesstaat Para.
- Der Eigner einer illegalen Sägemühle im brasilianischen Bundesstaat Para.(c) AP (Renato Chalu)
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In Südamerika droht wegen enormer Preissteigerungen bei Lebensmitteln eine Hungerkrise. Die Entwicklungsbank IDB hat ein Hilfspaket von 500 Millionen Dollar angekündigt.

Die Lebensmittelpreise sind in den vergangenen zwei Jahren weltweit um 68 Prozent gestiegen. Für weite Bevölkerungsschichten stellt dies eine existenzielle Bedrohung dar. In Südamerika sind 71 Millionen Menschen durch Armut und Preissteigerungen besonders gefährdet.

Ihnen drohe das Abrutschen in absolute Armut und Hunger, sagte Luis Alberto Moreno, Präsident der Inter-Amerikanischen Entwicklungsbank (IDB), in Washington. Dort hatten am Dienstag die Finanzminister südamerikanischer Staaten getagt.

Bis zu 60 Prozent für Nahrung

Die IDB hat aufgrund der stark gestiegenen Lebensmittelprese ein Hilfspaket für die Staaten Südamerikaa angekündigt. Die Hilfen in Höhe von 500 Millionen Dollar (317 Millionen Euro) sollen die in Armut lebende Bevölkerung jedes Landes auf dem Kontinent unterstützen. "Die in extremer Armut lebenden werden am schlimmsten betroffen sein", sagte Moreno. Sie geben bis zu 60 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für Lebensmittel aus. Durch die Preissteigerungen könnten 26 Millionen Menschen zusätzlich in die Armut abrutschen. Thema auch auf EU-Lateinamerika-Gipfel


Die Hungerkrise war auch eines der wichtigsten Themen des EU-Lateinamerika-Gipfels Mitte Mai, an dem auch Bundeskanzler Alfred Gusenbauer teilgenommen hatte.

Der mexikanische Präsident Felipe Calderón hatte am Montag angekündigt, wegen der stark gestiegenen Lebensmittelpreise Subventionen für die arme Bevölkerung einzuführen. Rund 26 Millionen Mexikaner, also ein Viertel der Gesamtbevölkerung, sollen demnach monatlich 120 Pesos (7,30 Euro) in bar bekommen, um die Preissteigerungen zumindest teilweise abzufedern.

(Ag./Red.)

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