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Weltbank warnt vor globaler Jobkrise

Workers In Central Business District As Japan Releases Jobless Rate Figures
Bloomberg
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Studie. Über 100 Millionen Menschen in den G-20-Ländern haben keinen Arbeitsplatz. Auch die Schere zwischen hohen und niedrigen Einkommen gehe immer weiter auf.

Sydney. Dem Arbeitsmarkt stehe eine globale Jobkrise bevor, befürchtet die Weltbank. Diese Krise, an deren Bestehen es laut dem zuständigen Weltbank-Direktor Nigel Twose „kaum Zweifel gibt", drohe das Wirtschaftswachstum zu gefährden, warnte die Institution am Dienstag in Sydney bei der Vorstellung einer Studie.
Weltweit müssten demnach bis 2030 zusätzliche 600 Millionen Arbeitsplätze geschaffen werden, nur um mit dem Bevölkerungswachstum mitzuhalten. Ebenso beunruhigend sei es, dass die Schere zwischen hohen und niedrigen Einkommen in vielen G-20-Staaten zunehmend weiter aufgehe.
In einigen Schwellenländern habe es zwar Fortschritte gegeben, etwa in Brasilien oder Südafrika. Der Ausblick sei aber allgemein düster, sagte Twose: „Aktuelle Vorhersagen sind trüb. Es zeichnen sich herausfordernde Zeiten ab."

447 Millionen "working poor"

Der Studie zufolge, die gemeinsam mit der OECD und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) angefertigt wurde, haben über 100 Millionen Menschen in den G-20-Ländern keinen Arbeitsplatz. 447 Millionen gelten als „working poor" - sie haben zwar einen Job, können davon aber nicht leben. Laut der Studie verdienen diese Menschen weniger als zwei US-Dollar am Tag.
Trotz einer gesamtwirtschaftlichen Erholung in den Jahren 2013 und 2014 sei das Wachstum hinter den Erwartungen zurückgeblieben und es bestünden Risiken, dass es abwärts gehen könne, sagte Twose. Das dämpfe die Aussichten für den Arbeitsmarkt. Jedes Land müsse nun einen Ansatz finden, um das Problem anzugehen. Nötig sei dafür auch „direkte Zusammenarbeit mit dem privaten Sektor", sagte der Weltbank-Direktor.

Solche Befürchtungen werden nicht zum ersten Mal laut: Schon im Frühjahr 2012 hatte die ILO vor einer Jobkrise gewarnt. Heuer im April hatten sich die Finanzminister und Notenbanker der G-20-Staaten darauf geeinigt, auf ein weltweites Wirtschaftswachstum von zwei Prozent binnen der nächsten fünf Jahre hinzuarbeiten. Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnte jedoch im Juli, diese Ziele könnten durch einen Anstieg der Zinsen und eine Verlangsamung der Entwicklung in den Schwellenländern ins Wanken kommen.

(APA/AFP/Red.)