Vorfreude.
Alle warten auf den Film - doch der Soundtrack verrät bereits viel. Die akustische Qualität der neuen „Bohème" ist tatsächlich von exquisitem Format. Anna Netrebkos Mimi, anrührend, gerade weil aus ihrem Gesang während der ersten Bilder auch Lebenslust strömt; der Rudolf von Rolando Villazon: strahlend schön singend, als hätte es nie eine Stimmkrise gegeben, eine gute neue Musette, Nicole Cabell, mit Mimi-Anlagen, ein ordentliches Ensemble rundum - und Bertrand de Billy mit dem Bayerischen Rundfunkorchester als das eigentliche Ereignis der Neuaufnahme: Wie da Puccinis Schmelz und seine dramaturgische Schlagkraft eine neue, eloquente und nie rührselige Abmischung erfahren, das ist schlicht sensationell zu nennen.