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Nato-Staaten starten umstrittenes Manöver in Ukraine

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Symbolbild: Nato-Soldaten bei einem früheren Manöver in LitauenAPA/EPA/MARCIN BIELECKI
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Auch deutsche Soldaten werden sich an der Übung "Rapid Trident" in der Westukraine beteiligen. Russland hat das Manöver im Vorfeld scharf kritisiert.

Unter Führung der USA haben mehrere Nato-Staaten in der Ukraine ein umstrittenes elftägiges Manöver begonnen. Die Übung Rapid Trident (Schneller Dreizack) startete am Montag in der Früh in Jaworow in der Nähe der westukrainischen Großstadt Lemberg, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur vom Truppenübungsgelände berichtete.

"Augenblicklich steht uns ein Gegner mit einer der mächtigsten Armeen der Welt und Atomwaffen gegenüber", sagte der ukrainische Oberst Alexander Siwak zum Start des Manövers mit Blick auf Russland. Die ukrainische Führung sieht das Nachbarland als "Aggressor".

Russland kritisiert die Präsenz der rund 1200 Soldaten aus 15 Staaten als Provokation angesichts des blutigen Konflikts in der Ostukraine. Das Kampfgebiet liegt rund 1200 Kilometer vom Truppenübungsgelände entfernt. Im Krisengebiet Donbass kämpfen ungeachtet einer offiziellen Waffenruhe ukrainische Regierungstruppen und prorussische Separatisten gegeneinander.

Das Manöver ist bis zum 26. September angesetzt. Rapid Trident werde jährlich organisiert, teilten die in Europa stationierten US-Streitkräfte mit. Dieses große Feldtraining gebe es ausdrücklich auf Wunsch der ukrainischen Regierung und der Streitkräfte. Geübt würden unter anderem die Entschärfung improvisierter Sprengsätze sowie die Organisation von Patrouillen.

Zu den Teilnehmern an dem Manöver gehören neben der Ukraine, den USA und Deutschland unter anderen auch Polen, Großbritannien, Kanada und Norwegen. Außerdem nehmen offizielle Nato-Vertreter an der Übung teil, wie das Kommando der US-Streitkräfte in Stuttgart mitteilte.

Waffenruhe in Donezk hält nicht

Unterdessen gab es neue schwere Kämpfe in der Ostukraine: Dabei wurden bereits am Sonntag sechs Zivilisten in der Rebellenhochburg Donezk getötet, wie ein Vertreter der Stadtverwaltung heute mitteilte. Im Osten der Ukraine gilt eigentlich seit gut einer Woche eine Waffenruhe. Am Wochenende gab es jedoch wieder heftige Gefechte rund um den strategisch wichtigen Flughafen nahe Donezk. Die ukrainische Regierung warf den Rebellen am Sonntag vor, mit ihren Angriffen den Friedensprozess zu gefährden.

(APA/dpa)