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"Wir werden die Türen der Nato offenhalten"

REUTERS

Nato-Generalsekretär Rasmussen hält Option für Nato-Beitritt der Ukraine aufrecht. Appeasement-Politik zum Scheitern verurteilt.

Der scheidende Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat bei seiner letzten Rede in Brüssel indirekt eine Mitgliedschaft der Ukraine im Verteidigungsbündnis in den Raum gestellt. "Wir werden die Türen der Nato für weitere Mitglieder offenhalten - und kein drittes Land kann dabei ein Veto haben", so Rasmussen, der am 1. Oktober sein Amt an den Norweger Jens Stoltenberg übergibt.

"Wir befinden uns in einer neuen Schlacht zwischen Demokratie und autoritären Regimes", erklärte der Däne in einem Ausblick auf die Herausforderungen des Verteidigungsbündnisses. Mit Russland habe man lange und ernsthaft versucht, eine Partnerschaft zu bilden, was leider zurückgewiesen wurde.

"Russland und IS gegen den Westen gerichtet"

Sowohl Russland wie auch der Islamische Staat (IS) seien gegen den Westen gerichtet: "Sie wollen beide unsere liberalen Werte unterminieren und ihre rückwärtsgewandte Ideologien anderen aufzwingen." Einen Unterschied gebe es aber immerhin: "Russland kann an den Verhandlungstisch zurückkehren, wenn es das will. Bei der IS handelt es sich um eine Gruppe von Terroristen, mit der es keine wie auch immer geartete Lösung geben kann."

Die Parole für den Westen angesichts der genannten Bedrohungen sei klar: "Wir müssen vereint stehen." Es gehe um ein klares Signal gegenüber jedem potenziellen Aggressor, dass man bereit sei zu handeln, wenn die eigene Sicherheit gefährdet sei, was es nicht zum Nulltarif gebe: "Sicherheit kostet. Aber Unsicherheit kostet wesentlich mehr. Und die Freiheit gibt es nicht umsonst." Die liberalen Demokratien müssten sich dabei ihrer eigenen Basis bewusst werden: "Wir müssen als Bürger der freien Gesellschaften mit größerem Selbstvertrauen auf unsere Werte blicken."

"Die Welt wird nicht deshalb weniger gefährlich, weil wir uns das wünschen", zeigte sich der 61-jährige Däne überzeugt. Appeasement-Politik sei zum Scheitern verurteilt, was eine Lehre des 20. Jahrhunderts sei.