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Kurz in Kiew: „Moskau muss 300 Panzer abziehen“

AM KURZ IN DER UKRAINE: KURZ / POROSCHENKO
KURZ / POROSCHENKO(c) APA/AUSSENMINISTERIUM/DRAGAN TAT (DRAGAN TATIC)

Präsident Poroschenko erhob drei Forderungen an Russland. Auf heftige Kritik in Russland stieß das Nato-Manöver „Rapid Trident“.

Kiew/Wien. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko „will alles tun“, um die brüchige Waffenruhe in der Ostukraine aufrechtzuerhalten. Das versicherte er Österreichs Außenminister, Sebastian Kurz, am Montag in Kiew. Seit Sonntag seien in der Ostukraine sieben ukrainische Soldaten getötet worden.

Auch OSZE-Beobachter gerieten unter Beschuss. Aus Donezk wurden zudem sechs tote Zivilisten nach einem Granateneinschlag gemeldet. Separatisten und Ukrainer wiesen einander die Schuld zu.

Im Gespräch mit Kurz formulierte das ukrainische Staatsoberhaupt drei Forderungen an Moskau: Russland müsse erstens seine „300 Panzer und 4000 Soldaten“ aus der Ukraine abziehen, zweitens keine Kämpfer mehr über die Grenze in die Ukraine passieren lassen und drittens gefangene ukrainische Soldaten freilassen.

Doch auch die Ukraine wolle ihren Teil zur Deeskalation beitragen. Poroschenko verwies in der Unterredung mit Kurz auf neue Gesetze, die einen vorübergehenden Sonderstatus für Donezk und Lugansk vorsähen. Und er versprach, eine Verfassungsreform und Dezentralisierung des Staates voranzutreiben.

Kurz nahm auf seinem Heimflug drei verletzte Ukraine zur medizinischen Versorgung in Niederösterreich mit. Poroschenko bat ihn um weitere ärztliche Unterstützung.

Auf heftige Kritik in Russland stieß das Nato-Manöver „Rapid Trident“, das 1200 Soldaten aus der Ukraine und 13 weiteren Staaten in der Westukraine nahe der Stadt Lemberg starteten. Die Übung sei eine Provokation, hieß es in Moskau. (ag/red)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.09.2014)