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Kampf gegen IS: US-Militär schließt Bodentruppen nicht aus

US-Soldaten beim militärischen Training im Irak 2009.
US-Soldaten beim militärischen Training im Irak 2009.(c) EPA (ALAA AL-SHEMAREE)
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Kampf gegen die Terrormiliz IS: Sollte die Strategie mit Luftangriffen versagen, will Generalstabschef Dempsey "den Einsatz von US-Kampftruppen am Boden" empfehlen.

Die US-Regierung bemüht sich in Washington weiter um Rückhalt im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Außenminister John Kerry wird den Mitgliedern des Auswärtigen Ausschusses des Senats am Mittwoch (20.30 Uhr MESZ) die Strategie gegen die Jihadisten erläutern.

US-Generalstabschef Martin Dempsey hatte zuvor bei einer ähnlichen Anhörung die Entsendung von Kampftruppen in den Irak nicht mehr ausgeschlossen. Dempsey sagte am Dienstag bei einer Anhörung im Streitkräfteausschuss des Senats, wenn die Strategie versage, der irakischen Armee mit Luftangriffen oder Geheimdienstinformationen zu helfen, dann würde er dem Präsidenten "den Einsatz von US-Kampftruppen am Boden" empfehlen. Derzeit sei das aber nicht nötig.

Dempseys Sprecher teilte allerdings später mit, der Generalstabschef sehe nicht die Erfordernis, dass sich die bereits in den Irak beorderten Soldaten am Vorgehen der irakischen Truppen gegen IS-Kämpfer beteiligten. Die gegenwärtige Strategie der US-Regierung halte Dempsey für richtig, dies habe er auch bei der Anhörung deutlich gemacht.

Derzeit 1500 US-Soldaten im Irak

US-Präsident Barack Obama hat sich wiederholt kategorisch gegen einen solchen Einsatz ausgesprochen. Mehr als acht Jahre nach dem Einmarsch hatte er Ende 2011 die letzten Kampftruppen aus dem Irak abgezogen. Obama besucht am Mittwoch das Zentralkommando in Tampa im Bundesstaat Florida. Im Irak sind derzeit rund 1500 US-Soldaten stationiert. Darunter sind etwa 750, die für die Sicherheit diplomatischer Einrichtungen in der Hauptstadt Bagdad zuständig sind. Zahlreiche weitere beraten das irakische Militär. Die Soldaten gelten nicht als Kampftruppen.

US-Kampfflugzeuge hatten zuvor am Dienstag zur Unterstützung der irakischen Truppen IS-Kämpfer südwestlich der Hauptstadt Bagdad bombardiert. Bisher griffen die USA die Extremisten nur im Norden des Landes an. Damit sollten bedrohte Minderheiten vor den Gräueltaten der IS-Miliz geschützt werden. Solche Einsätze sind jedoch nicht ungefährlich: IS-Kämpfer hätten im Nordosten Syriens ein syrisches Kampfflugzeug abgeschossen, berichtete die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Suche nach Verbündeten für Militärangriffe gegen IS

Bei der Anhörung des US-Chefdiplomaten Kerry am Mittwoch dürften vor allem dessen Bemühungen zur Sprache kommen, eine breite internationale Front gegen die Extremisten zu formen. Obama hatte ihn beauftragt, Verbündete für Militärangriffe gegen den IS im Irak und in Syrien zu finden.

Die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat kontrolliert im Norden und Westen des Iraks riesige Gebiete. Auch im Nachbarland Syrien beherrscht sie große Regionen. In beiden Ländern geht sie brutal gegen Gegner und Andersgläubige vor. Für den IS kämpfen nach Schätzungen des US-Geheimdienstes zwischen 20.000 und 31.500 Menschen. Obama will die Organisation vernichten.

(APA/dpa)