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Photokina: Der kleine, vernetzte Fotoapparat

GERMANY BUSINESS PHOTOKINA
APA/EPA/OLIVER BERG
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Die Fotobranche hat einen gemeinsamen Feind: das Smartphone. Mit vielen Innovationen nimmt man den Kampf gegen das Handy auf.

Vielleicht macht es Leica richtig: Der deutsche Hersteller präsentierte heuer auf der Photokina eine analoge Filmkamera. Die Sucherkamera M-A hat nicht einmal einen eingebauten Belichtungsmesser. So wenig bietet kein einziges Handy.

Die 1070 Aussteller auf der Fotomesse Photokina, die bis Sonntag in Köln läuft, haben 2014 einen gemeinsamen Feind: Das Smartphone, das immer mehr klassische Kameras verdrängt. Zwar wird heuer so viel fotografiert, wie noch nie - 880 Milliarden Bilder werden bis Ende des Jahres gemacht werden, rechnete die Kameravereinigung CIPA vor. Gleichzeitig aber erreicht die Zahl der verkauften Kameras ein neues Rekordtief. Heuer werden insgesamt 55 Millionen Fotoapparate verkauft werden. 2013 waren es noch 69 Millionen und 2012 gar 100 Millionen. In zwei Jahren hat sich der Absatz also halbiert - man kann ahnen, wohin die Reise geht.

Handy statt Kamera

Die Erklärung für diese Entwicklung ist einfach. Die Menschen greifen zur besten Kamera, die es gibt - nämlich zu der, die sie ständig bei sich haben: das Handy. Nach dem PC, dem Navigationsgerät und dem iPod verdrängen Smartphones jetzt eben auch die Fotoapparate.

Die Auflösung und die Qualität der aktuellen Mobiltelefone ist für die meisten Zwecke mehr als ausreichend: über Facebook und Instagramm schaffen es die Mehrzahl der 880 Milliarden Bilder heuer wohl kaum hinaus. Die Hersteller müssen sich also einiges einfallen lassen, um auf dem schrumpfenden Fotomarkt bestehen zu können.

Da ist es ironisch, dass ausgerechnet vom Handyhersteller Samsung die interessanteste Kamera der heurigen Fotomesse kommt: Die NX1, eine spiegellose Systemkamera mit 28 Megapixel, 15 Bildern pro Sekunde und der Möglichkeit, Video im 4K-Format aufzunehmen. Und das alles um1500 Euro.

Weltmarktführer Canon antwortet mit einer Profikamera für den APS-C-Einsteigersektor. Die von vielen sehnsüchtig erwartete 7D Mark II bietet 20 Megapixel, Full-HD-Video, ein neues intelligentes Autofokussystem, zehn Bilder pro Sekunde und kostet mit 1700 Euro weniger als ein Drittel seines großen Bruders 1Dx.

Die Nummer zwei, Nikon, baut seine Vollformatserie mit der D750 aus. Sie bietet 24 Megapixel, 6,5 Bilder pro Sekunde, Full-HD-Video und erstmals einen klappbaren Monitor und eingebautes WLAN. Der Preis: 2149 Euro.

Der Trend bei den Kameras geht hin zu kleinen, vernetzten Fotoapparaten. Bilder sollen sofort über Facebook oder Twitter geteilt werden können. Einige Hersteller wollen sich ein zweites Standbein schaffen, indem sie dafür die geeignete Plattform bieten: Canon baut sein Cloud-Lösung irista weiter aus, man kann beispielsweise mit seinen Fotos online ein Fotobuch zusammenstellen und gleich bestellen. Auch Leica setzt auf ein umfassendes digitales Angebot zur Speicherung, Bearbeitung und Verwaltung von Bildern.

Wachstumspotenzial sieht die Branche in Actioncams und Drohnenkameras, denen heuer eine ganze Halle gewidmet ist. Und natürlich in speziellen Kameras, die durch ihre Bauweise ganz auf den derzeit größten Fotohype zugeschnitten sind: auf Selfies.