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Besser 20 Prozent schaffen als an 30 Prozent scheitern

Abakus
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Dass Eigenverwaltung selten ist, liegt auch an der Mindestquote.

Wien. Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung sind viel häufiger als solche, bei denen die Unternehmensleitung während des Verfahrens weiter im Sattel bleibt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Schuldner bei Eigenverwaltung mindestens 30 Prozent Quote anbieten muss – ohne Eigenverwaltung genügen 20 Prozent.

Außerdem braucht man, wenn man ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung beantragt, ein fertiges Sanierungskonzept und einen Finanzierungsplan, sowohl für den Fortbetrieb während des Verfahrens als auch für die Quote. Bei der Eigenverwaltung, bei der die Geschäftsführung quasi unter „Aufsicht“ eines Sanierungsverwalters agiert, sei das Schuldnerunternehmen etwas flexibler, sagt Rechtsanwältin Ulla Reisch. Als Schuldnervertreterin rate sie dennoch meist zur 20-Prozent-Variante: „Das sicher zu schaffen ist besser, als wenn man an den 30 Prozent am Ende scheitert.“ Nur wenn die Zerschlagungsquote (die bei einer Liquidation herauskäme) über 20 Prozent liege, sei es zu empfehlen, 30 Prozent anzubieten. Den Vorteil, dass man Dauerschuldverhältnisse leichter beenden kann, um sich von verlustträchtigen Unternehmensteilen zu trennen, habe man in beiden Verfahren. Die Zahl der Eigenverwaltungen sei zwar gering, sagt Reisch, aber etwas höher als beim Ausgleich nach der alten Rechtslage. Für diesen betrug die Mindestquote 40 Prozent. (cka)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.09.2014)