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Experten halbieren Wachstumsprognose für Österreich

Wachstum: Ein zartes Pflänzchen
Wachstum: Ein zartes PflänzchenImago
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Die Konjunktur zieht nicht an. Die Forscher von Wifo und IHS erwarten heuer nur noch 0,8 Prozent Wachstum in Österreich.

Österreichs Wirtschaft wird heuer weniger als ein Prozent wachsen. Die Konjunktur hat sich so stark eingetrübt, dass Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) und Institut für Höhere Studien (IHS) nur noch von 0,8 Prozent realem BIP-Plus ausgehen. Die internationale Nachfrage und damit der Außenhandel sind schwach, und die schlechte Stimmung drückt die Investitionen. Das schadet auch dem Arbeitsmarkt. Auch die Nationalbank hat ihre Prognose vor wenigen Wochen deutlich reduziert.

Für kommendes Jahr, 2015, erwarten die Institute eine Beschleunigung des BIP-Wachstums auf real 1,2 (Wifo) bzw. 1,6 Prozent (IHS). Die Dynamik dürfte aber auch dann nur verhalten ausfallen. Ein Risiko für die Konjunktur liegt laut Wifo vor allem in einer möglichen Verschärfung der Russland-Krise; eine Belebung der Konjunktur könnte in Gang kommen, falls die neue EU-Kommission deutliche Stimulierungsmaßnahmen setzt.

Negativer Einfluss internationaler Krisen

Mit ihrer neuen Prognose haben die Wirtschaftsforscher ihre nicht einmal drei Monate alten Vorhersagen von Ende Juni für Makulatur erklärt. Damals gingen sie für 2014 noch von einem Zuwachs von 1,4 beziehungsweise 1,5 Prozent für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) aus, doch kippte die Stimmung seither in Einfluss der internationalen Krisen stark. Dadurch kommt heuer das Wachstum der Ausrüstungs- und Anlageinvestitionen fast zum Erliegen.

Durch die Importschwäche der Schwellenländer werden die österreichischen Ausfuhren heuer und kommendes Jahr stark gedämpft, sodass die Exportzuwächse spürbar geringer ausfallen als zuletzt angenommen. Teils machen sich diese Effekte auch über Drittländer bemerkbar, insbesondere den Euro-Raum, erklärte das Wifo am Donnerstag.

Statt der erwarteten Beschleunigung verlangsame sich das heimische Außenhandelswachstum 2014 wieder. Die Aufwärtsdynamik des Welthandels endete jäh, er dürfte heuer wie die wichtigsten heimischen Außenhandelsmärkte lediglich um 3,5 Prozent real expandieren.

Arbeitslosenrate dürfte weiter steigen

Auf den Arbeitsmarkt schlägt die stark eingetrübte Konjunktur voll durch. Trotz eines weiteren - wenn auch schwächeren - Anstiegs der Zahl unselbstständig aktiv Beschäftigter, dürfte in Österreich die Arbeitslosenrate heuer nach heimischer Rechnung auf über acht Prozent und nach Eurostat-Kriterien auf 5 Prozent klettern. 2015 könnte dann, zumindest aus Sicht des Wifo, nochmals eine weitere leichte Verschlechterung drohen.

(APA)