Frankreichs Präsident betont, dass er nur gegen die illegale Immigration eintreten will. Kanzler Gusenbauer lobt Sarkozys Pläne. Nur in der Energiepolitik ist man sich uneinig.
"Ich sage es ganz klar: Wir brauchen Einwanderung, nicht nur in Frankreich, sondern in ganz Europa". Frankreichs Präsident legte bei seiner Blitz-Visite in Österreich Wert auf die Feststellung, dass er keinesfalls gegen Immigration sei.
Am Donnerstag hatte die "Financial Times" einen geheimen Entwurf Sarkozys für ein EU-Einwanderungspaket veröffentlicht. Darin heißt es unter anderem, Europa müsse die Grenzkontrollen verschärfen und „effektiver" abschieben. In Wien bestätigte Sarkozy, dass er bei der Regulierung der Migrationspoitik strenge Maßstäbe setzen wolle. Grundsätzlich sehe er Einwanderung jedoch positiv - "aber nur in ihrer legalen Form".
SP- Bundeskanzler Alfred Gusenbauer attestierte Sarkozy große Chancen, während der französischen Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2008 zu Ergebnissen zu kommen. Er freue sich darüber, dass Paris diese brennende Thematik als einen Schwerpunkt im Arbeitsprogramm sehe.
"Nachdem Europa in den vergangenen Jahren - Stichwort: Lissabon-Vertrag - sehr mit sich selbst beschäftigt war, müssen wir uns wieder mehr den Alltagssorgen der Europäer zuwenden, wir müssen Europa wieder mehr in den Herzen und Hirnen der Menschen verankern", so der Bundeskanzler.
Gusenbauer spendete seinem Gast Vorschusslorbeeren:"Die französische Ratspräsidentschaft wird ein großer Erfolg werden". Sarkozy bedankte sich mit dem Hinweis auf die "große Bedeutung Österreichs in der Balkanpolitik".
Einzig in der Frage der Energiepolitik präsentierten sich Gusenbauer und Sarkozy nicht auf einer Wellenlänge: Während Frankreich stark auf Atomkraft setzt, betonte Gusenbauer, dass Österreich dafür nicht zu haben sei.
Neben dem Treffen mit Gusenbauer stand für Sarkozy ein Gespräch mit Bundespräsident Heinz Fischer und ein Arbeitsessen mit den Regierungsspitzen auf dem Programm. Nach drei Stunden kehrt "Speedy Sarko" Wien dann auch schon wieder den Rücken und setzt seine Europa-Tour in Richtung Pressburg fort.
(APA/Red.)