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Referendum: Schottland bleibt, Salmond geht

Scotland's First Minister Salmond reacts as he concedes defeat in the independence referendum at the 'Yes' Campaign headquarters in Edinburgh, Scotland
REUTERS
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Alex Salmond führte das Unabhängigkeitslager an. Nach der Abstimmungsniederlage kündigt er nun seinen Rücktritt als schottischer Regierungs- und SNP-Parteichef an.

Nach dem verlorenen Referendum zur Unabhängigkeit hat Schottlands Ministerpräsident Alex Salmond seinen Rücktritt als Regierungschef und als Parteivorsitzender der SNP angekündigt. Er werde auf dem Parteitag in Perth nicht mehr kandidieren, sagte Salmond am Freitag.

Ich akzeptiere das Urteil des Volkes, dass es zu diesem Zeitpunkt keine Unabhängigkeit geben soll", hatte Salmond bereits in der Früh erklärt. Der Parteichef der in Edinburgh regierenden Nationalisten erinnerte aber auch an das Gelöbnis der britischen Parteien zu einem Parlamentsvotum über mehr Recht für Schottland "bis zum 27. März nächsten Jahres". Es habe trotz des Neins ein "mächtiges Votum für die schottische Unabhängigkeit" gegeben, so Salmond.

Alex Salmond im Porträt

Alex Salmond ist politischer Überlebenskünstler - und Optimist. Nun wollte er seiner Karriere mit der schottische Unabhängigkeit die Krone aufsetzen, stattdessen stürzte er über den Ausgang des Referendums.

Charisma und politische Klugheit schreiben seine Freunde Alex Salmond zu - seine Gegner werfen ihm Doppelzüngigkeit vor. Doch Alex Salmond, eines von vier Kindern aus einem Beamtenhaushalt, sieht sich selbst als einen unverbesserlichen Optimisten.

Seine Mutter war Tory, sein Vater wählte traditionell Labour, erzählt Salmond gerne. Als jedoch ein Labour-Wahlkämpfer vor Jahrzehnten die damals noch kleine Scottish Independence Party (SNP) beleidigte, schwenkte der Vater zu den sozialdemokratisch gesinnten Nationalisten um. Sohn Alex holte sich an der schottischen Elite-Universität St. Andrews mit einem Geschichts- und Wirtschafts-Studium politischen Schliff und arbeitete als Ökonom bei der Royal Bank of Scotland (RBS). Dort erwarb er sich Einblicke in die für Schottland wichtige Ölindustrie. Auch in der Gewerkschaft war er aktiv.

Drei Jahre nachdem Ex-Premierminister Tony Blair 1997 mit seiner Politik der Dezentralisierung des Vereinigten Königreichs begann, holte sich Salmond den wohl berühmtesten Schotten - James Bond-Star Sean Connery - für die SNP-Werbung ins Boot. Es folgten Rückschläge und Erfolge, die der Golfspieler und Pferdenarr Salmond einsteckte. Der große Durchbruch kam bei den Regionalwahlen 2011, als die SNP mit rund 45 Prozent der Stimmen abschnitt und die absolute Mehrheit im Regionalparlament holte. Bereits seit 2007 ist Salmond - als erster SNP-Ministerpräsident - im Amt.

 

 

 

 

 

(APA/dpa)