Josef Leitner ist beim außerordentlichen Landesparteitag der SPNÖ am Freitag in Stockerau mit 97,96 Prozent zum neuen Landesparteivorsitzenden gewählt worden. Der 36-jährige Betriebswirtschaftler, seit April Landeshauptmannstellvertreter, definierte in seiner Rede seine Ziele: Bei der NÖ Landtagswahl 2013 müsse ein "fetter Dreier" vor dem Ergebnis stehen und die VPNÖ unter 50 Prozent fallen.
Leitner kündigte enge Kontakte zur Parteibasis an. Die Landespartei soll als Serviceorganisation für ihre Mitglieder positioniert werden und als innovative Sozial- und Arbeitnehmerpartei wahrgenommen werden. Er ging auf das schlechte Abschneiden bei der NÖ Wahl am 9. März (acht Prozent minus) ein, in dessen Konsequenz Heidemaria Onodi nach sieben Jahren an der Spitze zurücktrat. Aber: Die SPÖ stelle ein Viertel aller Bürgermeister Niederösterreichs - in 148 Gemeinden, in denen 40 Prozent der NÖ Bevölkerung leben. Und: Die SPNÖ sei die mitgliederstärkste Landesparteiorganisation und "Stimmenbringer" bei Bundeswahlen.
SPÖ-Chef Bundeskanzler Alfred Gusenbauer verwies in seiner Rede auf den sozialpolitischen Fortschritt in Österreich seit 16 Monaten unter sozialdemokratischer Führung und führte Erreichtes wie u.a. die Verlängerung der Hacklerregelung und Entlastungen für Pendler an. Herausforderungen wie im Gesundheitswesen, bei den Pensionen und bei der Steuerreform seien zu bewältigen.
Die anderen würden es der SPÖ nicht leicht machen, "und wir machen es uns manchmal auch nicht leicht", räumte Gusenbauer ein. Kritik sei ein notwendiges Element für neue Vorschläge, Erfolg "am Ende des Tages" gebe es aber nur dann, "wenn die Sozialdemokratie geeint und gemeinsam vorgeht", sagte der Parteichef.
(APA)