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Schweden: Preis für Snowden löst Eklat aus

(c) REUTERS (The Guardian)
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Schwedens Außenminister ordnet angeblich eine Absage der Pressekonferenz zu Alternativnobelpreis an.

Stockholm. Die USA suchen den „Verräter“ Edward Snowden per Haftbefehl, eine in Stockholm beheimatete Stiftung ehrt ihn mit dem alternativen Nobelpreis Right Livelihood Award. Schwedens Außenminister, Carl Bildt, war das „zu heftig“, wie der Rundfunk SVT berichtet. Die für heute anberaumte Pressekonferenz zum Alternativnobelpreis wurde abgesagt. Berichten zufolge auf Anweisung Bildts.

Snowden erhalte die Ehrung, „da er mit Mut und Kompetenz das beispiellose Ausmaß staatlicher Überwachung enthüllt hat“, teilte die Stiftung mit, die künftig für juristische Ausgaben des 31-Jährigen aufkommen will. Sein Preis selbst ist undotiert. Der NSA-Skandal-Aufdecker will angeblich für die Annahme des Preises nach Schweden reisen. Wie und wann ist unklar, er würde aber Schweden gegenüber den USA in Bedrängnis bringen. Snowden lebt aktuell in Russland.

Weitere mit gesamt 62.000 Euro dotierte Alternativ-Preise gingen an die pakistanische Menschenrechtsaktivistin Asma Jahangir, die Hongkonger NGO „Asian Human Rights Commission“ und den US-Umweltaktivisten Bill McKibben. (Ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.09.2014)